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Maria, meine Zuflucht und mein Trost! : ein vollständiges Lehr- und Gebetbuch für Verehrer der allerseligsten Jungfrau und Mutter Gottes Maria ... und im Anhang den Monat Mariä [Mai] enthaltend / gesammelt von Michael Sintzel
Entstehung
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Kurze Lebensgeschichte

wo sie ihren Einzigen nicht mehr sah, mit dem sie nicht hatte sterben dürfen!

War aber ihr Schmerz ohne Maaß und Namen, wer vermag es dann, den unaussprechlichen Jubel zu schildern, als ihr unendlich geliebter Sohn, nach der Seher und seiner eige­nen Weissagung, am dritten Tage glorreich von den Todten erstand und ihr in seiner Herrlichkeit erschien? Denn keiner der Väter zweifelt daran, daß der Ueberwinder des Todes und der Hölle ihr erschien, sie mit den süßesten Liebkosungen umfing, mit seiner lieblichsten Ansprache sie erfreute, die Geheimnisse des ewigen Lebens ihr entfaltete und über allen Austruck sie tröstete, die über allen Ausdruck und ohne allen Vergleich mehr, denn alle Andern, um ihn gelitten hatte. Ueberdieß hatte sie auch den Trost, ihn zu sehen, so oft er den Zwölfen erschien, bei welchen sie mit den übrigen heil. Frauen in einmüthigem Gebete versammelt war.

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Zwölftes Kapitel. Von dem wunderbaren Leben der allerfelig­ten Jungfrau nach der Himmelfahrt ihres göttlichen Sohnes.

Verfloß nun das wunderbare und ganz innerliche Leben der gebenedeiten Mutter des Heilandes, von ihrer frühesten Kindheit an, in heiligen Entzückungen göttlicher Betrachtung, und war ihr ganzer Wandel bereits damals im Himmel: wer wird es je erfassen, wie sehr nun ihr ganzes Herz nach diesen ewigen Wohnungen seufzte, als er, den ihre Seele liebte, da­hin eingegangen war, und zur Rechten des Vaters thronte! Nur dem Leibe nach weilte sie auf Erden; denn ihre ganze Seele, ihr ganzes Herz war, wo ihr Schatz, und auf den Flü­geln der feurigsten Sehnsucht wäre diese himmlische Taube zu ihm emporgeflogen, wenn nicht ihr göttlicher Sohn, der seine Sünger nicht hatte als Waisen verlassen wollen, sie ihnen zum füßesten Troste hinterlassen hätte. Denn schon damals war sie die süßeste Trösterin der Betrübten und eine mächtige Hilfe der Christen, und es ist kein Zweifel, daß die Gläubigen der aufkeimenden Kirche zu dieser liebreichsten Mutter oftmals ihre Zuflucht nahmen; ja, daß selbst die Apostel sich nicht selten Raths bei ihr erholten, die, nach ihrer übernatürlichen Erleuch­tung, sie Manches lehrte, was sie von der ewigen Weisheit ge­hört hatte, so wie sie auch den Evangelisten die erhabensten Geheimnisse seiner Empfängniß und Geburt, zur Verherrli­chung des Allerhöchsten, offenbarte. non d

In heiligster Freude sah sie den blühenden Wachsthum der Kirche, die ihr göttlicher Sohn in seinem Blute begründet hatte;