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Maria, meine Zuflucht und mein Trost! : ein vollständiges Lehr- und Gebetbuch für Verehrer der allerseligsten Jungfrau und Mutter Gottes Maria ... und im Anhang den Monat Mariä [Mai] enthaltend / gesammelt von Michael Sintzel
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der allerseligsten Jungfrau.

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weßhalb sie auch, wiewohl nie und nimmer eine Mutter sc sehr um ihr einziges Kind litt, am Tage feines Leidens bis zum letzten Augenblicke bei ihm am Kreuze ausharrte: so dran­gen dennoch alle Wunden seiner schmerzlichen Geißlung, seine Dornenkrone, Nägel und Speer zuerst durch ihr süßes Mutter­herz, das nur die Allmacht der Liebe vor dem Tode zu schützen vermochte. Mehr litt sie, denn alle Märtyrer; da sie mehr, denn alle Märtyrer liebte. Und füglich nennt die Kirche sie die Königin der Märtyrer; denn der Anblick des Gekreuzigten, der die Märtyrer in ihren Leiden stärkte, war eben die Marter ihres Herzens." So groß war dieser Schmerz," spricht der heil. Bernardinus von Siena, daß, wofern er unter alle Menschen wäre vertheilt worden, Jeder unter der Gewalt derselben hätte erliegen müßen.

Darum auch nannte ihr göttlicher Sohn, als er dem Jünger seiner Liebe sie empfahl, sie nicht bei dem süßen Mut­ternamen, um ihre in den tiefsten Schmerz versenkte Seele nicht noch tiefer zu verwunden; wiewohl auch Andere der Mein­ung sind, er habe sie nicht also genannt, die Wuth seiner Peiniger nicht gegen sie zu reizen; auch habe er sie vorzüglich darum mit dem Namen Weib angesprochen, weil er dadurch fund geben wollte, sie sei jenes Weib, das im Anbeginn war verheißen worden, und das der Schlange das Haupt zertreten, und durch den Tod ihres Sohnes unter dem Baume des Kreuzes ersetzen sollte, was Eva unter dem Apfelbaume ver­brochen hatte.

Gilftes Kapitel. Von den Frenden der allerseligsten Jungfrau bei der Auferstehung Jesu.

Mit dem nämlichen Trauerschwert im Herzen verließ, nach dem Versöhnungstode des göttlichen Opferlammes, diese einzig geliebte Braut des heil. Geistes das Kreuz, und erfüllte, was von ihr geschrieben steht: ,, Mein Geliebter ist mir ein Myrr­henbüschlein; er wird zwischen meinen Brüsten ruhen!"( H. L.)

Denn trugen so viele Heilige und Auserwählte das bittere Leiden ihres gekreuzigten Heilandes, den sie nie mit leiblichen Augen gesehen, mit getreuer Liebe im Herzen, und weinten Thränen heiliger Liebe bei der bloßen Erinnerung an dasselbe; wie weit lebendiger wogte dasselbe in dem Herzen dieser sü­Besten Jungfrau, die ihn nicht nur gesehen, sondern geboren, ihn nie verlassen und allen Martern seines Leidens bis auf den legten Augenblick unter dem Kreuze beigewohn hätte: Ver­waist stand sie nun auf Erden; ausgestorben wat ihr die Welt.