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Maria, meine Zuflucht und mein Trost! : ein vollständiges Lehr- und Gebetbuch für Verehrer der allerseligsten Jungfrau und Mutter Gottes Maria ... und im Anhang den Monat Mariä [Mai] enthaltend / gesammelt von Michael Sintzel
Entstehung
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Kurze Lebensgeschichte

Diener ermahnte, zu thun, was immer er ihnen befehlen würde; weil es ihr bewußt war, daß er ihr nimmermehr eine Bitte versagen, und sogar, ihr Verlangen zu erfüllen, die Stunde seiner Offenbarung beschleunigen würde, die, wie er gesprochen hatte, noch nicht gekommen! Denn Niemand drang tiefer in seine göttliche Absichten und erkannte selbe so klar als sie, die Tag und Nacht für das Heil und die Erlösung Israels zu Gott flehte, daß er seiner Jünger wegen also sprechen mußte, auf daß sie an seine allmächtige Gottheit glaubten; welche Absicht auch vollkommen in Erfüllung ging, da der Evangelist diese liebliche Erzählung mit den Worten schließt:" Und seine Jünger glaubten an Ihn" Es lehrt uns aber diese findliche Liebe Jesu auch, wie wirksam die Fürbitte seiner hoch­geliebten Mutter für alle Gläubige bei ihm ist, die sie in An­dacht verehren; und wie sollte er nun, im Aufenthalt der Glückseligkeit, eine Bitte versagen, die er ihr auf Erden so schnell und so liebreich erhörte!

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Zehntes Kapitel. Von den Leiden der allerseligsten Jungfrau.

Doch es erschien allmählig die Zeit, wo die Weissagung jenes heiligen Greises in Erfüllung gehen, und das Schwert des Schmerzes die liebende und zarte Seele der Jungfrau durchdringen sollte. Nicht als ob sie erst dann Schmerz erfah­ren hätte; denn sie, die nach ihrem göttlichen Sohne die höchste Glorie im Himmel erhalten sollte, trank auch auf Erden im reichlichsten Maße aus dem Kelche seines Leidens. Wie tief drangen alle Verfolgungen, alle Lästerungen, aller Mangel und alle Mißhandlungen, die er während seines öffentlichen Lebens erlitt, in ihr mildes Herz; und wie Vieles hatte sie schon in seiner frühen Kindheit, zumal auf seiner Flucht nach Aegypten gelitten! Dazu kam noch, daß ihr, die in den hei­ligen Schriften so sehr erfahren und von göttlichem Lichte erleuchtet war, das Leiden ihres göttlichen Kindes immerdar vor Augen schwebte, und wer wird ihre fortwährende Angst und ihren Schmerz ermessen, den ihre heilige Seele darob empfand, da keine Seele ihn, den Sohn und die Wonne des ewigen Vaters, so sehr liebte, als dieß zu ewiger Liebe erschaffene. und in dieser Liebe lebende und flammende Herz!

Und immer lebendiger und tiefer ward ihre Mutterangſt, je näher die Zeit seines heiligen Leidens herbeikam. Und opferte sie auch, als eine wahre Tochter Abrahams, ihren ein­zigen, über allen Ausdruck geliebten Sohn dem himmlischer Vater zum Versöhnungsopfer für die Erlösung der Welt: