Kurze Lebensgeschichte
keit und Gebet das Wohlgefallen des Allerhöchsten erwerbe und die Thaten aller Helden überwiegen.
Viele, dem innerlichen Gebet ergebene Seelen sehnten diesen heiligen Schleier zu heben, und mehr von dem liebe, vollen Leben dieser gebenedeiten Jungfrau zu erfahren, die son der Zweifel aus demüthiger Sittsamkeit die meisten ihrer wun derbaren Geheimnisse im Innern verschloß, und nur sovie davon fund gab, als die Ehre Gottes erforderte, und für di Verkündigung des Evangeliums nothwendig war. Was schrieb aber auch die geübteste Feder von dieser himmlischen Taube die bloß mit ihren Füßen die Erde berührt; mit den Flügel ihrer Liebe aber ohne Unterlaß in den himmlischen Höhe schwebte, alle Geheimnisse und Worte ihres Sohnes tief i ihrem Herzen erwog, das der geheiligteste Tempel des heilige Geistes war, in dessen Lichte sie ewige Dinge schaute, die keine menschlichen Worte sich fassen ließen! Nur vier Mi ertönt ihre liebliche Stimme in der heiligen Geschichte. Ein Mal, als sie dem Erzengel das Gelübde ihrer Jungfräulichkei eröffnete, und, in die Botschaft des Allerhöchsten willigend seine demüthigste Magd sich nannte; ferner als sie all Lobeserhebungen ihrer heiligen Muhme von sich ablehnte, un aus der Fülle ihres Herzens jenen königlichen Lobgesang zur Preis des Herrn anstimmte;- dann, als sie im Tempel z Jerusalem in die rührende Klage ausbrach:" Mein Sohn warum hast du uns dieß gethan!"- und endlich, als sie je es Hochzeit zu Cana beiwohnte, wo ihr mitleidvolles Herz upes die Armuth der Gäste gerührt, zu ihrem göttlichen Sohne di milden Worte sprach:" Sie haben keinen Wein!" sicherlich sprach auch dieß vollendete Vorbild aller Auserwählte nie ein Wort, das nicht zum Lobe des Herrn oder zur Nutzen des Nächsten gereichte.
Un
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Neuntes Kapitel. Von dem Wandel der allerfeligsten Jung frau während des öffentlichen Lebens Jesu.
Höchst wahrscheinlich war der jungfräuliche Bräutigar der Mutter des Herrn bereits unter dem süßesten Beistant Jesu und Mariä in heiligem Frieden entschlafen, als die ewig Weisheit aus der Verborgenheit trat, mit ihren Strahlen Welt zu erleuchten; auf daß, wie der heilige Ambrosius schön erinnert; die Krone des weiblichen Geschlechtes, nachten sie das Vorbild der Jungfrauen und der Vermählten geweſel war, auch das Vorbild frommer Wittwen würde. In heite Treue folgte sie dem Sohne, dessen süße Kindheit sie gepflg


