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Die Verehrung des heiligen Aloysius von Gonzaga, aus der Gesellschaft Jesu : ein Gebetbüchlein für alle katholischen Christen / von Michael Sintzel
Entstehung
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des engl. Jünglings Moysius Gonzaga.

erbauen, in welchem die Fremden und verlassenen Kran­fen aufgenommen, und von den Jesuiten selbst verpflegt und versorgt wurden. Der heilige Aloysius zeichnete sich vor allen Ändern durch Werke der Barmherzigkeit und christlicher Liebe aus. Er ermahnte die Kranken zur voll­kommenen Ergebung in den Willen Gottes und zur christ­lichen Geduld, er wusch ihnen die Füsse, machte ihre Bet­ten zurecht, sorgte für ihren Unterhalt, indem er selbst Almosen für sie einzog, und die nöthige Speise und Trank ihnen herbeischaffte. Er ließ nichts ermangeln, Allen das zu sein und zu werden, was sie bedurften. Wie mehrere seiner Brüder, so wurde endlich auch Aloysius von dieser verheerenden Seuche angesteckt. Der Gedanke, daß ihn Gott jetzt zu sich rufen wolle, erfüllte seine Seele mit ungemeiner Freude. Seine Kräfte schwanden sichtbar und seine Krankheit schien so gefährlich, daß man ihm auf der Stelle die heilige Wegzehrung und die letzte Delung reichte. Jedoch genas er wieder; nur blieb ein schleichen­des Fieber zurück, das ihn drei Monate lang in den Zu­stand äußerster Schwäche versetzte. Dieß hinderte ihn aber nicht, die Werke seiner Abtödtung fortzuseßen, und selbst um die Mitternachtsstunde auf, ustehen, und vor dem Bilde des gekreuzigten Heilandes, wie gewöhnlich, sein Gebet zu verrichten und den Betrachtungen obzuliegen. Der Krankenwärter aber, dieß bemerkend, besorgte, daß dieß, als nachtheilig seiner Gesundheit, ihm untersagt wurde. Aloysius folgte jetzt treu dem gegebenen Befehle; denn er hatte ja seinen Obern Gehorsam geschworen. Auch die Vorschriften der Aerzte vollzog er mit größerer Ge­nauigkeit, nahm pünktlich und ohne den mindesten Wider­willen auch die unangenehmsten und bittersten Arzneien.

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Der liebenswürdige Kranke wurde nun.von Tag zu Tag schwächer. Nach dem Urtheile der Aerzte konnte er nur noch etwa acht Tage leben. Da man wußte, daß diese Nachricht ihm eine Freudenbotschaft sei, wurde es ihm underholen angezeigt. Wirklich freute er sich bei dieser Nachricht so, daß er den Pater, der sie ihm brachte,