des engl. Jünglings Aloysius Gonzaga. 13
Herrn sich beschäftigte. Aber seine Gesundheit wurde durch das stete Beten, Betrachten und Fasten so zerrüttet, daß man sich genöthigt fand, ihm zu verbieten, andere Gebete und Betrachtungen zu verrichten, als die, welche durch die Regel vorgeschrieben waren. Diese Einschränkung hatte nicht den erwünschten Erfolg. Er blieb schwach und kränklich, wie er war. Glaubend, daß eine Luftänderung eine bessere Wirkung haben könnte, schickte man den Heiz ligen nach Neapel, wo er seine Studien fortsette. Nach einem halbjährigen Aufenthalte daselbst wurde er wieder nach Rom zurückberufen, wo er dann das Studium der Philosophie beendigte, und die Theologie mit neuem Gifer zu studiren begann.
So waren unserm heiligen Aloysius die zwei Jahre des Noviziats dahingeflossen. Es waren ihm frohe, selige Jahre gewesen. Nach ernstlicher und sorgfältiger Vorbereitung legte er mit frohem und heiterm Gemüthe im Jahre 1587 die drei Gelübde der Armuth, Keuschheit und des Gehorsams im Angesichte der Kirche ab. Zwei Monate nachher empfing er die Tonsur, und hernach in kurzen Zwischenräumen die andern vier kleinen Weihen. Nun unter die Zahl der Kleriker gehörend, suchte er mit einem größern Eifer die Tugenden zu üben, die sich für einen Geistlichen geziemen.
Indessen erhob sich zwischen dem Markgrafen Rudolph, seinem Bruder, und dem Herzog von Mantua eine Streitigkeit. Alle Versuche zur Vereinigung waren bisher fruchtlos gewesen. Man befürchtete die traurigsten Ereignisse. Man wollte aber nichts unversucht lassen, und nährte noch die Hoffnung, daß vielleicht der heilige Aloysius, als Bruder des Einen und als Verwandter der andern Partei, die empörten Gemüther durch seine Gegenwart besänftigen könnte. Zu diesem Ende wurde er nach Castiglione berufen. Der General seines Ordens gab ihm einen Pater mit, der ihn auf der Reise begleiten, und für seine Gesundheit Sorge tragen sollte. Aloysius kam nun in Castiglione an, und man empfing ihn wie einen


