Druckschrift 
Die Verehrung des heiligen Aloysius von Gonzaga, aus der Gesellschaft Jesu : ein Gebetbüchlein für alle katholischen Christen / von Michael Sintzel
Entstehung
Einzelbild herunterladen

des engl. Jünglings Moyfius Gonzaga. 11

um zu zeigen, daß es ihm wirklich Ernst sei, schrieb er sogleich an seinen Better Scipio Gonzaga, Patriarchen von Jerusalem, der in Rom wohnte, er möchte mit dem General des Ordens, Klaudius Aquaviva, sprechen, und ihm seinen ältesten Sohn, seine Hoffnung und sein Kleinod, für den Orden anbieten, damit demselben zugleich das Prüfungs- Haus bestimmt würde. Der Ordensgeneral antwortete bald, und bestimmte Nom dazu. Wer freute sich nun mehr, als Aloysius! Er schrieb nun selbst an den General, und ließ sein mit innigster Andacht erfülltes Herz in vollem Maße ausströmen. Dieser durch einen solchen Brief gerührt, antwortete ihm: ,, Er wolle ihn als seinen Sohn annehmen, er möchte nur bald kommen, je eher, je lieber u. s. w.

Das Verlangen des heiligen Jünglings, bald an den Ort seiner Bestimmung zu gelangen, wuchs mit jedem Tage. Sehnsuchtsvoll sah er der Stunde entgegen, die ihn in den heiligen Orden bringen sollte. Die Sache hatte sich verzögert, weil die Abtretung seiner Familien­Rechte an seinen Bruder Rudolph vom Kaiser mußte ge­nehmigt werden. Endlich war die Genehmigung erschienen, und Aloysius verließ im Wintermonate des Jahres 1585 Castiglione, und trat, nachdem er gutwillig, wie jener Jüngling im Evangelium, Alles, was er besaß, verlassen hatte, in den Orden der Gesellschaft Jesu. Das einsame und abgesonderte Zimmer, das ihm als den jüngsten Novizen angewiesen wurde, schien ihm ein wahres irdisches Paradies. Von Freude ganz entzückt, rief er mit dem Propheten aus: Hier ist der Ort meiner Ruhe, da will ich wohnen; denn diesen, und keinen andern Ort habe ich auserwählt." Schon in den ersten Tagen bewies der Hei lige, mit welcher Entschlossenheit er diesen heiligen und strengen Orden gewählt habe. Alle Kräfte bot er auf, seine Ordensbrüder an Inbrunst zu übertreffen. Jede, auch die geringsten Sagungen erfüllte er mit größter Gewissenhaftigkeit, und jede, auch noch so kleine Macht seines Willens benahm er sich dadurch, daß er auf's ge­