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Die Verehrung des heiligen Aloysius von Gonzaga, aus der Gesellschaft Jesu : ein Gebetbüchlein für alle katholischen Christen / von Michael Sintzel
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des engl. Jünglings Aloysius Gonzaga. 9

ten Orden war er jedoch noch nicht entschieden. Um hierüber das nothwendige Licht zu bekommen, verdoppelte er seinen Eifer in der Andacht und im Gebete. Nach dieser Vor­bereitung dachte er oft und reiflich nach, verglich den einen Orden mit dem andern, dabei einzig darauf sinnend, wie er die Ehre Gottes nach seiner Anlage und seinen Kräften in einem Orden mehr, als in dem andern beför­dern könne. Dieser Grundsatz leitete einzig seine Standes­wahl. Als er die Regeln mehrerer Orden mit strenger Prüfung und ihre Satzungen mit einander verglichen hatte, beschloß er endlich fest, in den Orden der Gesellschaft Jesu zu treten. Weil er aber noch ein Mißtrauen auf sich selbst setzte, so wollte er auch Gottes Willen über eine so wichtige Sache vernehmen. Er nahm sich daher vor, Gott seinen Vorsatz aufzuopfern, noch einmal die heiligen Sakramente zu empfangen und die Fürbitte der göttlichen Mutter anzurufen. Als er diesen seinen heiligen Entschluß mit größter Andacht ausgeführt hatte, glaubte er in sich die Stimme vom Himmel zu hören, daß seine gemachte Standeswahl mit dem Willen des Herrn übereinstimmend sei. Mit Freuden eilte er zur Mutter hin, ihr über den nun einmal festen und unabänderlichen Entschluß Nach­richt zu bringen. Sie selbst willigte gern ein, sich freuend, dem Herrn einen Sohn geben zu können. Aber nicht gleiche Gesinnung theilte der Vater mit ihr. Er fuhr seinen Sohn, als er ihn seine Standeswahl eröffnete, mit harten Worten an, und befahl ihm, solche Grillen durch­aus sich ganz aus dem Kopfe zu schlagen. Das that dem heiligen Jüngling weh; aber er seßte sein Vertrauen auf Gott, dessen Willen er ja einzig und allein zu vollführen gedachte. Er schwieg, um eine bessere Gelegenheit- abzu­

warten.

Im Jahre 1584 kehrte der Markgraf mit seiner Fa­milie wieder nach Castiglione zurück. Kaum waren sie dort angekommen, erneuerte Aloysius bei seinem Vater das Anliegen. Statt der Antwort befahl er ihm, eine weite Reise zu machen; denn, dachte er, das wird das