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Die Verehrung des heiligen Aloysius von Gonzaga, aus der Gesellschaft Jesu : ein Gebetbüchlein für alle katholischen Christen / von Michael Sintzel
Entstehung
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Kurze Lebensgeschichte

Vorbereitung vor; und Aloysius leistete der Vorschrift so vollkommen Genüge, daß der heilige Mann ihm selbst die erste heilige Kommunion reichen wollte. Von jener Zeit an kommunizirte der fromme Jüngling alle Sonn- und Feiertage. Kaltsinn hielt ihn nicht ab, denn Jesus war der einzige Gegenstand seiner Liebe; Furcht schreckte ihn nicht zurück, denn er bereitete sich jedesmal mit dem größ­ten Eifer vor. Von Tag zu Tag wuchs zusehends seine Andacht zu diesem heiligen Sakramente. Wenn er der heiligen Messe beiwohnte, und die Wandlung vorbei war, konnte er selten sich der Thränen enthalten.

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Aldysius hatte noch nicht sein dreizehntes Jahr voll­endet, als jetzt in seiner äußern Lage unvermuthet eine Veränderung vorfiel, die andern Jünglingen, ja auch Männern gefährlich hätte werden können. Aber es bleibt wahr, was der Apostel sagt: Denjenigen, die Gott lieben, gereichen alle Dinge zum Besten." Aus der größeren Stille des väterlichen Hauses ward er jetzt auf einmal an den spanischen Hof, den glänzendsten damaliger Zeit, ver­sept, wohin sein Vater mit seiner ganzen Familie die Kai­serin Maria von Desterreich begleitet hatte. Was die Welt Großes, Schönes und Glänzendes aufzubieten hatte, davon war nun Aloysius umgeben. Aber alles dieses und tausend noch nie gesehene Gegenstände waren nicht vermögend, sein obwohl noch junges Herz von dem Herrn zu trennen. Mit ihm sich zu unterhalten war ihm lieber, als geräuschvolle Freuden und Vergnügen, nach denen der Mensch sonst so begierig haschet. Ohne sich somit stören zu lassen, setzte er ruhig seine Studien fort, und verrichtete immer gewissenhaft seine einmal sich vorgeschriebenen Buß- und Andachtsübungen.

Zwei Jahre hatte sich Aloysius am spanischen Hofe aufgehalten; aber je mehr das geräuschvolle Leben ihm zusetzte, desto überdrüßiger wurde er desselben. Geistlich, und zwar ordensgeistlich zu werden, das war schon lange her der geheime Wunsch seines Herzens. Dieser Wunsch war jetzt zum festen Entschluß gereift. Ueber einen bestimm­