des engl. Jünglings Aloysius Gonzaga. 5
Und sieh! ihre Thätigkeit wurde über alle Erwartung be lohnt. Aloysius nahm alle die guten Lehren auf, und befolgte sie auf's pünktlichste. Was der Evangelist von unserm Heilande bezeugt, fand durch die Gnade unsers Heilandes auch auf ihn Anwendung: Er nahm zu wie an Alter, so auch an Weisheit und Gnade vor Gott und den Menschen." Seine Festigkeit und standhafte Beharrlichkeit in Ausführung guter Vorsätze mußte jeden Erwachsenen beschämen, aber auch ermuntern.
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Allerdings mußte es Grafen Ferdinand bei seiner Zurückkunft befremden, seinen Sohn so verändert zu sehen. Seine Hoffnung, in ihm einmal einen Krieger zu sehen, war vereitelt. Doch beruhigte er sich mit dem Gedanken, der sanfte und gutmüthige Aloysius werde einst ein glücklicher Regent seines Volkes werden. Allein Aloysius hegte schon damals, im achten Jahre seines Alters, ganz andere Gedanken. Alles für den Herrn hinzugeben und durch nichts Irdisches im göttlichen Dienste sich stören zu lassen, war jetzt schon sein eifrigstes Bestreben. In diesem seinem heiligen Entschlusse wurde er vorzüglich bestärkt durch die Lebensgeschichte unsers Heilandes, welche er in Florenz, wohin nun sein Vater mit seiner ganzen Famile gezogen war, vor allen Büchern am liebsten las. Ganz besonders machte auf ihn die jungfräuliche Reinigkeit der Mutter unseres Erlösers einen tiefen Eindruck. Täglich wuchs seine Liebe zu dieser glorreichen Himmelskönigin. Stundenlang betete er in Inbrunst vor ihrem Bildnisse. Einmal, vom Eifer der Andacht hingerissen, that er in kindlichem Vertrauen ein Gelübde beständiger Keuschheit. Der Herr gab ihm Stärke, es so gewissenhaft zu vollziehen, daß er, so lange er lebte, nie einer Frauensperson in's Gesicht schaute. Er that und redete auch nie etwas, das nur im geringsten gegen das strengste Sittengesetz war. Er war so rein, wie ein Engel, wie er denn auch oft von den Hofleuten so genannt wurde. Darauf war Aloysius aber nicht stolz. Seine Demuth war so groß, daß er sich als den geringsten Menschen und als den größten Sünder


