Druckschrift 
Die Verehrung des heiligen Aloysius von Gonzaga, aus der Gesellschaft Jesu : ein Gebetbüchlein für alle katholischen Christen / von Michael Sintzel
Entstehung
Einzelbild herunterladen

4

Turze Lebensgeschichte

den glänzenden Zurüstungen sah. Er glaubte schon in dem kleinen Söhnchen den rüstigen Helden zu erblicken. Aber des Herrn Gedanken und Wege sind oft von den Gedanken und Wegen der Menschen ganz verschieden. Seine Fügung bereitete dem Herzen des Knaben ganz andere Eindrücke, als die waren, die er im Lager empfan­gen. Die göttliche Vorsehung ließ ihn zuerst in eine augen­scheinliche Lebensgefahr gerathen. Der muntere Knabe nämlich bekam einmal Lust, selbst eine Kanone abzufeuern. Wie man dabei verfuhr, das hatte er beim Grerciren be­merkt. Heimlich entwendete er den Soldaten einiges Pul­ver, lud die Kanone und brannte sie los. Er hatte aber dabei eine so gefährliche Stellung genommen, daß er von dem zurückprallenden Rade beinahe wäre, zerschmettert worden. Der Knabe wurde durch diese Gefahr tief er­schüttert. Die Rettung erkannte er als eine besondere Fügung Gottes. Er bekam nun eine Abneigung gegen den Stand, der ihn in eine so große Gefahr gebracht hatte. Diese Abneigung wurde noch größer, als er auch bald nachher einsah, daß eine noch größere Gefahr seiner Seele drohete. Er hatte im Umgange mit den Soldaten verschiedene unanständige Worte und unsittliche Reden ge­hört, die er, ohne ihren Sinn zu kennen, bei seiner Rück­kehr zu Hause im Munde führte. Das hörte mit Befrem­den sein Lehrer und Erzieher. Er verwies ihm mit ern­sten Worten seine Unart, und machte ihn auf die Veränderung seiner Sitten und auf seinen gefährlichen Seelenzustand aufmerksam. Der kleine Aloysius bereute mit innigem Schmerze seine Fehler und versprach dem Lehrer reumüthig in die Hand, den lieben Gott nie wieder zu beleidigen. Corgfältig vermied er von nun an den Umgang solcher, die nicht rein vor dem Herrn wandelten.

Indessen war der Graf Ferdinand mit seinem Heere in den Krieg gezogen, und war drei Jahre abwesend. Wäh­rend dieser Zeit vereinten die Mutter und der Lehrer ihre Kräfte, die zarten Keime der Gottesfurcht und Frömmig­keit in dem Herzen des jungen Aloysius zu entwickeln.