Kurze Lebensgeschichte
englischen Jünglings Aloysius Gonzaga.
Der heilige Aloysius, geboren den 9. März 1568, war der älteste Sohn Ferdinands, Fürsten und Markgrafen von Castiglione. Der Vorzug der Erstgeburt beſtimmte ihn schon in der Wiege zum fünftigen Herrscher und Nachfolger seines Vaters. Seine Mutter, Martha Tana, eine fromme, wahrhaft christliche Frau, gab sich alle Mühe, den lieben Sohn, den sie als ein Geschenk Gottes betrachtete, frühzeitig genug zu aller Gottesfurcht zu erziehen. Ihn einst als einen frommen Diener Gottes zu sehen, war ihr einziger Wunsch. Des Knaben Verstand entwickelte sich früh, und sein reines Herz faßte begierig die schönen christlichen Lehren der frommen Mutter auf. Oft fand sie ihn, in einem Winkel verborgen und auf den Knieen liegend, im kindlichen Gebete zu Gott. Welche Mutterfreude für sie, wenn sie sah, daß der Same des göttlichen Wortes, den sie in sein zartes Herz gelegt, schon so frühzeitig Früchte bringe!
des
Die fromme Absicht der Mutter war nicht die des sonst auch braven Vaters. Dieser in der großen Welt erzogen, an den glänzendsten Höfen Europa's gebildet, und von Jugend auf in den Waffen geübt, hielt sehr viel auf friegerischen Ruhm Seine Absicht ging einzig dahin, seinen Sohn zu einem wackern Krieger zu bilden. Um ihm Lust und Liebe einzuflößen, erzählte er ihm von rühmlichen Heldenthaten, und kaufte ihm kleine Waffen und allerlei Kriegsgeräthe zum Spielzeug. Als Ferdinand einmal nach Kasal ging, um dort nach dem Befehle des Königs ein Kriegsheer zu mustern, nahm er den kleinen Aloysius mit. Mehrere Monate behielt er ihn bei sich im Lager, und freute sich herzlich, wenn er den kleinen Knaben mitten unter den Kriegern fand, und seine Freude an
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