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II. Von den Peinen des Fegfeuers.
damit nämlich, wenn ihre Strafe den Lebenden bekannt wird, diese durch die Gebete der Kirche gemildert werde." Endlich sind fie auch, je nachdem es Gott mehr oder weniger zuläßt, den Anfällen der bösen Geister ausgesetzt. Hierüber sagt der heilige Bernhard( Serm. 42.) Folgendes: ,, Diejenigen, welche sich im Reinigungsorte befinden, erwarten die Erlösung, müssen aber zuerst durch die Hitze des Feuers, oder die Schärfe der Kälte, oder irgend einen andern schweren Schmerz gepeinigt werden. Der allgütige Vater überläßt dort seine, zur ewigen Herrlichkeit bestimmten Kinder den Händen des Versuchers, nicht um sie zu tödten, sondern um sie zu reinigen, nicht zum Zorne, sondern zur Barmherzigkeit, nicht zur Vertilgung, sondern zur Wiederherstellung, indem sie schon keine Gefäße des Zornes mehr sind, zum Verderben bereitet, sondern Gefäße der Erbarmung, aufbewahrt zur ewigen Herrschaft."
Allgemeine Ansichten über die Beinen des Feg. feuers.
Der heilige Cäsarius von Arles schreibt: „ Es mag vielleicht Jemand sagen: Ich bekümmere mich wenig um die Zeit, die ich im Fegfeuer zubringen werde, wenn ich nur zum ewigen Leben gelange. Allein Gott gefällt eine solche Denkungsart nicht. Alle Qualen


