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Trost der Armen Seelen : Belehrungen und Beispiele über den Zustand der Seelen im Fegfeuer ; nebst einem vollständigen Gebetbuche zum Troste derselben / hrsg. von Joseph Ackermann
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II. Von den Peinen des Fegfeuers. 21

sind also viel leichter, und dennoch sieht man, daß die Menschen Alles thun, was ihnen befohlen wird, um sie nicht erdulden zu müs­sen! Wie viel besser ist es daher für sie. das zu thun, was Gott befiehlt, damit sie jene weit schwerern Uebel nicht leiden müs­ſen!"

Von den übrigen Peinen des Fegfeuers.

Es gibt im Fegfeuer nebst der Feuerpein noch andere Beinen der Sinne oder der Em­pfindlichkeit: vorerst die Finsterniß; denn je­nes übernatürliche Feuer gibt, wie das höl­lische, kein Licht von sich; deßwegen wird es auch von der Kirche die Finsterniß genannt. Ferner werden dort, wie in der Hölle, auch alle Sinne, vorzüglich jene, mit denen am meisten gesündiget worden ist, gepeinigt; ge­mäß dem Worte: ,, Womit Jemand sündigt, damit wird er auch gestraft."( B. d. W. 11. 17.) Auch müssen die Seelen oft an dem Orte selbst leiden, wo sie gesündigt ha­ben, das man wandeln heißt; der heilige Kirchenlehrer Thomas von Aquin schreibt da­her( in suppl. qu. 69.), nachdem er von dem ordentlichen Fegfeuer gesprochen: Einen andern Ort des Fegfeuers gibt es noch, nach einer besondern Anordnung, indem, wie man liest, bisweilen Einige an verschiedenen Orten gestraft werden, entweder zur Belehrung der Lebenden oder zur Hilfe der Abgestorbenen,