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Katholisches Gesang- und Gebetbuch für die Angehörigen des Bisthums Limburg / im Auftrage des Hochw. Herrn Peter Joseph, Bischofs von Limburg, hrsg. von Julius Eiffler, Domvicar
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Betrachtungen über die ewigen Wahrheiten.

in der Gnade Gottes oder in der Sünde sterben? Wirst du noch Zeit haben, dich vorzubereiten, oder unversehens- viel leicht noch diese Nacht- vom Tode überfallen werden? Wel­ches Schicksal wartet deiner in der andern Welt?- Der Him­mel oder die Hölle? Wirst du mit den Heiligen triumphiren oder mit den Verdammten wehtlagen? Wohl dir, wenn du jetzt für das Heil deiner armen Seele Sorge trägst und dich zu jeder Stunde auf die Ankunft des Todes bereit hältst! Dein Auge wird sich im Frieden schließen und deine Seele der überseligen Anschauung Gottes entgegeneilen. Aber an deinem Todes­bette möchte ich nicht zugegen sein, wenn du leichtsinniger Weise in der Sünde verharrtest; möchte nicht Zeuge sein, wie dein, jetzt von dir beruhigtes, aber am Rande des Grabes desto furcht­barer erwachendes Gewissen dir zurufen wird: zu spät! Du haft feine Zeit, keine Gnade mehr zur Buße! Du wirst der Mörder deiner eigenen Seele!" Wenn du erst alsdann an­fangen willst, an dein Seelenheil, an's Gericht, an die Ewig­feit zu denken, wo du in wenigen Augenblicken schon zur stren gen Rechenschaft erscheinen mußt; wenn sich dann vor deinen entsetten Augen beim Rückblick auf die Vergangenheit das Bild eines im thörichten Leichtsinn unwiederbringlich verlorenen Er denlebens, und beim Hinblick auf die Zukunft das Bild einer schrecklichen, aber gerechten, ewigen Vergeltung aufthut, gegen welche die Vernichtung eine Wohlthat sein würde: wie ganz anders wirst du da über die Welt urtheilen, als jetzt! Ja, mein Chrift, auf dem Sterbebette, im letzten Augenblicke, da weichen alle Täuschungen des Lebens; da liegst du dann auf der schmalen Grenze zwischen der kurzen, verschwundenen Zeit und der unendlichen Ewigkeit, zwischen dem niederdrückenden Bewußtsein all' deiner Sünden und dem Schrecken der kom­menden Gerichte Gottes. Ja, auf dem Todesbette wirst du es, aber vielleicht leider zu spät, erkennen, was dies sagen will: Himmelreich, Hölle, verlorene Seligkeit. Sünde, ein beleidigter Gott, im Beichtstuhle verschwiegene Sünden, ein nicht zurück­gestelltes fremdes Gut, Aufschub der Buße und Bekehrung. Wie wird dir alsdann um's Herz sein? Wie wirst du urtheilen über bie vielen Tage, die du im Leichtsinn, in der Gleichgültigkeit, im Genuise unerlaubter Vergnügen zugebracht hast? Was wirst du wünschen, gethan zu haben?

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Stelle dir diese erschütternde Wahrheit und diese ernsten Fragen oft vor die Seele! Fliehe jene sündhaften Freuden der Welt, die dich der Gnade Gottes berauben; hänge dein Herz nicht an den