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dem Todesbette die verlorene Zeit zurückwünschen, vergebens seufzen: Nur noch ein Jahr noch einen Monat, noch einen Tag!" Ach, wie viel würde alsdann ein Jeder von ihnen für eine Woche, einen Tag bezahlen, um sein Gewissen besser in Ordnung bringen zu können!.
Erkenne darum, mein Christ, die Barmherzigkeit Gottes, die dir noch Zeit gibt, dein Seelenheil in Ordnung zu brin gen. Bist du noch in der Blüthe deiner Jahre, und flüstert dir eine trügerische Stimme in's Herz, du könnest dich später Gott schenken, so erinnere dich an die warnenden Ermahnungen der heiligen Schrift: Suchet den Herrn, da er noch gefunden werden kann!", Seid bereit; denn des Menschen Sohn wird zu einer Stunde kommen, wo ihr es am wenigsten ver muthen werdet." Ihr werdet mich suchen, und nicht finden." " Der Tag des Herrn wird kommen wie ein Dieb in der Nacht." Erinnere dich an jene thörichten Jungfrauen, die bis zur Ankunft des Bräutigams schliefen, und dann vom Himmel aus geschlossen wurden; erinnere dich an jenen Feigenbaum, den der Herr verfluchte, weil er keine Früchte trug, obgleich die Zeit des Einsammelns noch nicht gekommen war. So verflucht er auch Denjenigen, den er durch mancherlei innerliche Gnaden und Einsprechungen zu fich ruft und der ihm widerstrebt. Wie manche kostbare Stunde haft du nicht schon mit eiteln Wün fchen, mit der Befriedigung deiner fündhaften Begierden, mit Beleidigungen deines Gottes verloren! Schon längst hätteſt du verdient, in's Feuer der Hölle geworfen zu werden, und sieh'. dein Gott schenkte dir noch immer die Zeit, dich mit ihm wieder auszusöhnen, deine Seele mit Verdiensten für die Ewigkeit zu bereichern, an deinem Heile zu wirken. Zögere nicht länger, verschiebe deine Besserung nicht auf morgen; denn vielleicht geht deine Zeit heute Nacht noch zu Ende, und dir wird kein Morgen mehr beschieden!
3. Von der Todsünde.
Das größte Hinderniß, welches dem Heil unserer Seele entgegensteht, ist die Todsünde. Sie ist eine freiwillige Nebertretung des göttlichen Gesetzes in einer schweren Sache, und demnach eigentlich eine Empörung gegen Gott, eine Verachtung des Allerhöchsten. Gott ist unser Schöpfer, Herr und König und ver Langt mit Recht unsere Unterwürfigkeit; der Mensch aber, der eine Todsünde begeht, sagt gleichsam zu ihm:„ Ich will Dir nicht gehorchen, ich verspotte Deine Befehle, verachte Deine Freund


