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Katholisches Gesang- und Gebetbuch für die Angehörigen des Bisthums Limburg / im Auftrage des Hochw. Herrn Peter Joseph, Bischofs von Limburg, hrsg. von Julius Eiffler, Domvicar
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Betrachtungen über die ewigen Wahrheiten. 705

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tragenen Pflichten die ewige Seligkeit zu verdienen; ver eitelt er aber die Absichten seines Gottes, so erwartet ihn eine ewige Verwerfung. Die Frist, in welcher wir uns die ewige Seligkeit erwerben sollen, ist die Zeit, die kurze Zeit unseres irdischen Lebens. Wahrhaft ein wichtiger und kostba­rer Schatz! Sie ist in gewissem Sinne so viel werth, als eine Ewigkeit, weil wir in ihr das ewige Leben erwerben können. Ja noch mehr! Ein Augenblick Zeit ist so viel werth, als Gott selbst, weil sich der Mensch in jedem Augenblicke durch einen Akt der Neue ader Liebe die göttliche Gnade und die ewige Seligkeit verschaffen kann."( Der heilige Bernhard.) Darnm ermahnt uns der Prophet: Gedenke deines Schöpfers, ehe denn die Sonne und das Licht sich verdunkeln." Sind einmal die Jahre unsers Lebens zu Ende, und stehen wir an den Thoren der Ewigkeit, so wird uns, wenn wir auch alle Reichthümer der Erde anböten, nicht eine einzige Minute mehr gestattet. Welch ein Antrieb, die wenigen Jahre unseres Lebens gut und heilig zu verwenden, zu arbeiten am Heile unserer See­len, bevor jene ewige Nacht kommt, wo Niemand mehr wirken kann"! Könnten die Seligen im Himmel noch Schinerz em­pfinden, wahrlich Tausende unter denselben würden es be­weinen, so manchen kostbaren Augenblick wodurch sie sich eine höhere Stufe der Seligkeit hätten verdienen können, verscherzt zu haben. Tausende von Stimmen aber wieder hallen in den schauer­lichen Tiefen der Hölle: Ach, verlorenes Leben! Ach, verlorene Zeit! Ach, verlorene Jahre, in denen wir uns hätten heiligen follen; nur noch einmal eine Stunde,-ja nur noch einen einzigen Augenblick!" Aber die heißen Seufzer der Verdamm­ten finden ewig teine Erhörung mehr, weil sie die Zeit, fo lange sie ihnen geschenkt war, nicht benutten.

Welch' unbegreifliche Verblendung ist es demnach von den Menschen, wenn sie die Zeit, die einen unendlichen Werth hat, fo leichtsinnig mißbrauchen! Sieh' hinaus in die Welt! Der Eine verschwindet seine Jahre mit Sorgen und Mühen um die Scholle Erde, an der seine ganze Seele flebt; ein Anderer mit Wuchern und Betrügen; ein Dritter mit unnügen Reden und Be­fuchen, mit Spiel und Unterhaltung, mit Müßiggang und Verschwendung seines Vermögens. Ach, ihr Thoren! Nur zu bald wird euere Zeit zu Ende sein. Bedenket doch, daß einst über jeden Augenblick strenge Rechenschaft gefordert wird, und daß jede Stunde die letzte eures Lebens sein kann!

Vergebens werden einst die thörichten Kinder der Welt auf

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