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als um damit für's erste zu erkennen zu geben, daß es sich durchaus nicht gezieme, Gott dem Allerreinsten etwas Unreines, Makelhaftes als Opfergabe darzubringen, und für's zweite die hohe Bedeutung zu erklären, welche die Opferthiere als Vorbilder des unbefleckten Opfers Jesu Christi hatten; denn als Vorbilder mußten sie ebenfalls in gewissem Grade unbefleckt sein. Unter den Opferthieren waren aber die Lämmer die bevorzugtesten wegen ihrer natürlichen guten Eigenschaften, besonders wegen ihrer Unschuld, Geduld und Sanftmuth, weshalb sie auch vorzugsweise das Vorbild Jesu waren, der sich als das erhabenste Muster der Geduld und Sanftmuth in seiner reinsten und heiligsten Unschuld, gleich einem Opferlamme, als das Lamm Gottes zum Versöhnungsopfer für die Sünden der Welt schlachten ließ. Lämmer wurden daher im alten Bunde häufig als Opfer dargebracht und zwar täglich am Morgen und am Abend, wie es im Gesetze befohlen war( II. Mos. 29, 38 ff.). Außerdem wurden auch Lämmer als Opfer dar= gebracht am Passahfeste und mehreren anderen Festen und Gelegenheiten. Wenn nun der Herr schon im alten Bunde unbefleckte Opfergaben verlangte, um wie viel mehr verlangt Er sie im neuen Bunde, der durch das Opferblut des unbefleckten Lammes Jesu Christi eingeweiht wurde.
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