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Christliche Seele! auch du sollst heute am achten Tage der Festfeier Gott dem Herrn zum Danke für die ausgezeichneten Gnaden, welche Er der seligsten Jungfrau in ihrer unbefleckten Empfängniß verliehen hat, ein zweifaches unbeflecktes Opfer bringen. Was meinst du wohl, was dieses für ein Opfer sei? Es ist das Opfer eines reinen, unbefleckten Herzens; denn der Herr verlangt vor Allem das Herz.„ Gib mir, mein Sohn, dein Herz." Sprüchw. 23, 26. Mit diesem Opfer eines unbefleckten Herzens verbinde das Opfer eines reinen, keuschen, unbefleckten Leibes; denn wie das Herz und der Leib im natürlichen Leben mit einander verbunden sind, so sollen sie auch im übernatürlichen Gnadenleben als unbefleckte Opfergaben mit einander verbunden sein. Da aber diese Opfergaben, mögen sie für sich betrachtet noch so vollkommen sein, vor dem unendlich vollkommenen Herrn doch unvollkommen erscheinen, so ersetze das Mangelnde dadurch, daß du das Opfer deines Herzens und deines Leibes dem Herrn darbringst in Vereinigung mit dem Opfer des unbefleckten Lammes Gottes Jesu Christi, der sich am Kreuze blutig geopfert hat und sich in der H. Messe fortwährend unblutig opfert, sowie in Vereinigung mit dem Opfer und den Verdiensten der unbefleckt empfangenen und allzeit unbefleckten Jungfrau Maria, welche von dem h. Bischof


