Druckschrift 
Geistlicher Lilienkranz, geflochten aus siebenzehn Betrachtungen zu Ehren der unbefleckten Empfängniß Mariä und zu Nutz und Frommen ihrer Verehrer geistlichen und weltlichen Standes / von Franz Berg, Pfarrer. Mit Genehmigung des hochw. Bischöfl. Ordinariats Limburg
Entstehung
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- 8.

2.

Betrachtung für den zweiten Tag. ( 30. November.)

Das Gesetz des Herrn ist unbefleckt, befiehlt und gibt die Unbeflecktheit.

Lex Domini immaculata convertens animas. Das Gesetz des Herrn ist unbefleckt und bekehrt die Seelen." Psalm. 18, 8.

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1. Das Gesetz des Herrn ist unbe fleckt. Hat dir, christliche Seele! der Schluß der vorhergehenden Betrachtung es nahe gelegt, recht eifrig das Gesetz des Herrn zu erfüllen, um einen unbefleckten Wandel zu führen, so soll diese zweite Betrachtung dich noch mehr dazu ermuntern.

Ein Gesetz ist unbefleckt, wenn es in jeder Beziehung rein die Ehre Gottes und das Wohl der Menschen bezweckt. In dem Grade also, als ein Gesetz von diesen beiden Zwecken ab­weicht, verliert es den Charakter der Unbe­flecktheit. Da Gott der Herr bei seinem Ge­setze nichts anderes im Auge haben kann, als seine Ehre und Verherrlichung und das Heil der Menschen, so kommt diesem Gesetze im höchsten Grade die Unbeflecktheit zu. Der Psal­mist denkt hier zunächst nur an das Gesetz des alten Bundes, verbindet aber in seinem pro­phetischen Blicke zugleich damit die Vollendung