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werde unbefleckt mit Ihm sein."* Der Psalmist findet also in der Einhaltung der Wege Gottes die Unbeflecktheit des Wandels. Und warum? Weil die Wege Gottes, auf denen der Mensch dem göttlichen Willen gemäß wandeln soll, selbst unbefleckt sind; mithin theilt sich denjenigen, welche darauf wandeln, die Unbeflecktheit mit. Dieses spricht der Psalmist deutlich aus, indem er Pf. 17, 31 ff. sagt: ,, Meines Gottes Weg ist unbefleckt... Gott ist es, der mich gürtete mit Kraft und unbefleckt machte meinen Weg."** Siehe, christliche Seele! Gott, der will, daß auch du auf seinen unbefleckten Wegen wandeln solist, rüstet dich mit Kraft, mit seiner Gnade aus und hilft dir, deinen Wandel unbefleckt zu machen. Was hindert dich nun noch, einen unbefleckten Wandel zu führen? Wohlan, wandle nicht bloß nach dem Gesetze des Herrn, sondern im Gesetze des Herrn, und mit jedem Schritte, den du vorwärts thust, wird dein Wandel, ohne daß du es merkst, unbefleckter und vollkommener werden.
Erwecke heute öfters folgenden Gebetsact: Mache, o Herr, meinen Wandel unbefleckt!
* Et ero immaculatus cum eo. ** Posuit immaculatam viam meam.


