Druckschrift 
Geistlicher Lilienkranz, geflochten aus siebenzehn Betrachtungen zu Ehren der unbefleckten Empfängniß Mariä und zu Nutz und Frommen ihrer Verehrer geistlichen und weltlichen Standes / von Franz Berg, Pfarrer. Mit Genehmigung des hochw. Bischöfl. Ordinariats Limburg
Entstehung
Einzelbild herunterladen

-

-

und das Reine und Lautere zu beflecken, sich da nicht irgend welches schiefes Gerede zuzu= ziehen. Deshalb drückt der Prophet auch diese sehr schwere und fast unmögliche Sache mehr als einen Wunsch, denn eine Forderung aus, wenn er sagt: Selig sind die Unbefleckten in ihrem Wandel. Unbefleckt auf ihrem Wege in dieser Welt nennt er die, welche nie ein Hauch übler Nachrede befleckt hat." Aber wie Viele gibt es denn, die nicht von diesem Hauche übler Nachrede befleckt werden? Läßt ja doch die göttliche Vorsehung zu, daß die heiligsten Personen von den Urtheilen der Welt ange­feindet und bemakelt werden. Ist nicht der menschgewordene Sohn Gottes, der Allerreinste und Allerheiligste, und seine gebenedeite Mut­ter, die unbefleckte Jungfrau Maria, die von sich begeisternd ausrief: Es werden mich selig preisen alle Geschlechter!" angefeindet und be­makelt worden, und geschieht dies nicht bis auf den heutigen Tag durch die schändlichsten gotteslästerischen Ausdrücke in Wort und Schrift? Darum wundere dich nicht, christ­liche Seele! wenn du bei deinem aufrichtigsten Bestreben, einen unbefleckten, untadelhaften Wandel zu führen, dennoch von Seiten der Welt so viel bemakelt wirst; tröste dich als Kind Mariens mit dieser deiner Mutter, deren erhabene Unbeflecktheit von der makelvollen Welt nicht erkannt und gewürdigt und darum