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Die Kirche und ihre Sprache.
über dem Inhalte,"") so will er die Ausnahme nur entschuldigen, nicht zur Regel machen. Dasselbe gilt von den Worten des Papstes Benedict XIV. bei der neuen Ausgabe der gegenwärtigen liturgischen Bücher der Slavonischen Illyrier vom Jahre 1755: ,, Daß Alle katholisch sind, ist nothwendig, nicht aber, daß Alle Lateiner werden." 2) Die Kirche hat noch nie erklärt, es müsse jeder Katholik als solcher die Lateinische Kirchensprache haben; dürfen doch die wiedervereinigten, also katholischen Griechen ihre Griechische Meßordnung gebrauchen. Übrigens vergesse man nicht, daß das Alt- Slavonische den heutigen Slaven ebenso unverständlich ist, wie uns das Alt- Hochdeutsche, also von einer eigentlichen Landessprache keine Rede mehr sein kann.
Unerschütterlich hielt die Kirche an dem Grundsatze fest, daß es höchst wünschenswerth sei, die hh. Geheimnisse in der alten Kirchensprache zu feiern. Und sie schuldet es ihrer Geschichte, wie der Natur der Sache selbst. Überblicken wir kurz die Geschichte. Die Apostel fanden im großen Römerreiche drei Hauptsprachen vor: die Hebräische, besser Syro- Chaldäische, mit ihren Töchtermundarten, die Griechische und die Lateinische. Sie wurden die Trägerinnen der Wahrheiten und der Meßordnung der christlichen Kirche und waren nach der Meinung Einiger, wie des hl. Hilarius von Poitiers, durch ihren Gebrauch bei der Aufschrift des Kreuzes geheiligt worden. ³) Es mußte den Aposteln und den folgenden Glaubensboten daran liegen, einer zu großen Zersplitterung der Liturgieen vorzubeugen. Die früher mit Vorliebe gehegte Meinung, als hätten die Apostel sich der jedesmaligen Landessprache anbequemt, hat sich als unhaltbar erwiesen) und mußte aufgegeben werden.
1) Sermo rei, non res est sermoni subjecta. S. Schmid, Liturgit, S. 90.
2) Ut omnes catholici sint, non ut omnes Latini fiant, necessarium est. Schmid a. a. D. Aus denselben Gründen hatten die Misfionäre in China von Paul V. am 25. Jan. 1615 ein Breve erwirkt, welches fie zum Gebrauche der Chinesischen Sprache beim Gottesdienst ermächtigte. Dasselbe wurde ihnen aber nicht ausgefolgt, blieb also fruchtlos.
3) Pilatus hatte eine Überschrift geschrieben und auf das Kreuz ge= feßt. Es war nämlich geschrieben: Jesus von Nazareth, der König der Juden... Und es war geschrieben auf Hebräisch, Griechisch und Lateinisch. Joh. XIX, 19. 20.
4) Binter im Denkw. Bd. IV. Abth. 2. S. 93 ff.- Der hl. Hilarius


