15 rung in seinen Bekümmernissen, wenn er sein Herz in den Schooß eines Freundes ausschütten kann, was muß er erst empfinden, wenn er wegen seines Anliegens mit Gott selbst, mit seinem ersten Freunde, mit seinem Vater sprechen kann? Wie muß ihn der Gedanke aufmuntern: Gott ist mein und aller Menschen Vater! Er lenket Alles zum Besten seiner Kinder! Mitten in der Schwermuth ein einziger Aufblick zu Gott, eine einzige findliche Ergießung des Herzens zu ihm- o, da verschwindet auf einmal der Kummer aus der beängstigten Seele; Alles wird leichter um uns her; Freudigkeit und Ruhe strömt durch diese zuversichtliche Hoffnung auf Gottes Hilfe in unser Herz; wir gehen mit neuem Muthe und mit neuer Thätigkeit an unsere Berufsgeschäfte.( Philippus 4, 4-8.)
Das Gebet versüßt endlich die Bitterfeit des Todes. Wenn alle Gedanken schwinden, wenn dem Sterbenden alle Sinne vergehen, wenn er keinen Freund mehr erkennen, kein Zusprechen mehr hören, keinen Laut mehr von sich geben kann- dann, dann wird seine Seele( die sich in den Tagen der Gesundheit im Beten geübt hat) in sich selbst verschlossen, ihr vertrautestes Bild- ihren Gott noch fassen, ihren Vater noch denken, und von dem nie ermatten


