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Die Skapulierbruderschaft : ein Unterrichts- und Erbauungsbüchlein, zunächst für die Mitglieder dieser Bruderschaft und dann für jeden Erbauung suchenden Christen / von Adolf Pfister. Mit Approbation des hochw. Bischofs von Rottenburg
Entstehung
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ihnen Maria zu allen Zeiten den Reichthum ihrer Mutterliebe und Hilfe in allen Nöthen des Leibes und der Seele, im Leben und Sterben, ja selbst noch im Fegfeuer an. Daraus ergibt sich, daß die Skapulierbruderschaft ein inniges Bünd­niß ihrer Mitglieder mit Maria ist und ein kirchlicher Verein frommer Christen, in welchem diese die Verehrung der Mutter Gottes und Himmelskönigin Maria mit vorzüglichem Eifer üben, sich dem Schutze und Beistande derselben im Vertrauen auf ihre große Macht und mütterliche Liebe mit kindlichem Herzen hingeben und, um sich als ihre würdigen Pflegekinder zu zeigen, in Demuth und standesmäßiger Keuschheit zu leben sich vornehmen.

Im Jahre 1290 wurde sodann von dem hl. Simon Stock auch das Skapulierfest eingeführt, welches bis heute jährlich am 16. Juli oder am darauf folgenden Sonntag gefeiert wird. Die Skapu­lierbruderschaft selbst aber wurde von 5 Päpsten gutgeheißen und allmählig in der ganzen katholischen Kirche verbreitet. Diese große Verbreitung unserer Bruderschaft wurde namentlich gefördert durch ein zweites Gnaden- Vorrecht, welches Maria der Skapulierbruderschaft in einer Erscheinung an Papst Johann XXII. gewährte. Sie empfahl ihm nemlich den Karmelitenorden und gab ihm folgendes Versprechen: Diejenigen, welche aus Andacht mit diesem heiligen Orden verbunden sein Zeichen, nem­lich das Skapulier tragen und fromm aus diesem Leben scheiden, werde sie am nächsten Samstag, oder sobald nur immer möglich,*) nach ihrem Tode aus

*) Vergl. das kirchliche Officium des Skapulierfestes.