Druckschrift 
Fasten- und Osterbüchlein, das ist: 53 Betrachtungen über das bittere Leiden und Sterben, die Auferstehung und Himmelfahrt unsers Herrn Jesu Christi für die Fasten- und Osterzeit : nebst Meß- und Abendgebeten Litanei für die Fasten- und Osterzeit [...] / von einem katholischen Pfarrer J. E.
(Herausgeber der Maiandacht)
Entstehung
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Die Schilderungen der Leidensscenen sind meistens aus Anna Katharina Emmerich genommen, jedoch der Kürze wegen mit einigen Abkürzungen, weil bei ihr das Nämliche wiederholt vorkommt. Die 6. Betrachtung ist

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ganz nach P. Martin von Cochem bearbeitet. Das bittere Leiden Jesu Christi" nach den Gesichten der gottseligen Augustinerin A. Katharina Emmerich und Das Leben und Leiden unsers Herrn Jesu Christi" von P. Martin von Cochem sind Lieblingsbücher des Volkes geworden. Darum hoffe ich, daß unter Gottes Segen auch nachstehende Betrachtungen eine gute Aufnahme finden und, da überall Belehrungen und Anmerkungen beigefügt sind, Nußen bringen werden.

betrachtete die Leiden des Herrn und flehte, von heftigem Mitleid bewegt, mit ihm zu leiden. Sie betete 5 Vater unser zu Ehren der heiligen fünf Wunden, kam in eine große Innigkeit und fühlte einen heißen Durst nach den Schmerzen des Herrn. Ihr Angesicht war von glühender Röthe über­gossen. Da sah sie ein Leuchten von oben zu sich herabkommen und in diesem die Lichtgestalt des gekreuzigten Herrn wie lebendig. Seine Wunden leuchteten wie fünf helle Lichtkreise aus dem Bilde hervor. Ihr Herz fühlte sich von einem gewaltigen Schmerze und von Freude bewegt, ihre Be gierde, mit; uleiden, ward bei dem Anblicke der heiligen Wundmale so heftig, daß es ihr schien, als flehe ihr Mitleid aus ihren Händen, ihren Füßen und ihrer rechten Seite nach den Wundmalen der Erscheinung hin. Da schossen zuerst aus den Händen, dann aus den Füßen und endlich aus der Seitenwunde der Kreuzerscheinung und zwar aus jeder einzelnen Wunde dreifache blutrothe Lichtstrahlen, die pfeilförmig endeten, nach ihren Händen und Füßen und ihrer rechten Seite. Die drei Strahlen, welche aus der Seite der Erscheinung kamen, erschienen weiter von einander getrennt und breiter und endeten lanzenförmig. Im Augenblick der Berührung drangen Blutstropfen an den Malstellen hervor. Sie sah mit Staunen das Blut in der Mitte ihrer Hände und empfand heftige Schmerzen an allen Mal­stellen. Diese Wundmale hat sie bis an ihren Tod behalten. Am 9. Fe= bruar 1826 starb die fromme Dulderin zu Dülmen eines gottseligen Todes und wurde auf dem Kirchhof daselbst beerdigt. Da sich das Gerücht ver­breitet hatte, die Leiche sei gestohlen, so wurden 6-7 Wochen nach ihrem Tode das Grab und der Sarg auf geheimen höheren Befehl in Gegenwart von sieben Zeugen geöffnet. Mit frohem Erstaunen sahen diese, daß die Verwesung über den Leib der Begnadigten noch keine Macht erhalten hatte. Lieblich waren ihre Gesichtszüge, wie die einer Schlafenden unter seligem Traume. Auf ihrem Grabe steht ein einfaches steinernes Denk­mal, das man ihr von Rom aus hat setzen lasſen.

Die Betrachtungen über das bittere Leiden Jesu Christi hat Clemens Brentano, der sich lange in Dülmen bei ihr aufgehalten, nach ihren Mit­theilungen aufgeschrieben.