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Fasten- und Osterbüchlein, das ist: 53 Betrachtungen über das bittere Leiden und Sterben, die Auferstehung und Himmelfahrt unsers Herrn Jesu Christi für die Fasten- und Osterzeit : nebst Meß- und Abendgebeten Litanei für die Fasten- und Osterzeit [...] / von einem katholischen Pfarrer J. E.
(Herausgeber der Maiandacht)
Entstehung
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Borrede.

Nachstehende Betrachtungen sind nach den vier Evan­

gelisten, nach Anna Katharina Emmerich's*) ,, Das bittere Leiden Jesu Christi," nach P. Martin von Cochem, Crasset und einigen Andern bearbeitet.

Gemäß dem Decret des Papstes Urban VIII. wird hiermit erklärt, daß jenen in diesem Büchlein angeführten Begebenheiten, mit Ausnahme der von den Evangelisten erzählten, keine andere Glaubwürdigkeit beizumessen sei, als jene, die auf rein menschlicher Autorität beruht.

*) Anna Katharina Emmerich, die Tochter armer und frommer Bauers­leute, wurde in der Bauerschaft Flamske bei Coesfeld den 8. September 1774 geboren. Als Kind lebte sie fromm im Umgange mit Gott, dem hei­ligen Schußengel und den Heiligen. Maria liebte und ehrte sie findlich. Sie übte sich schon als Kind in der Abtödtung. Durch den Klang des Glöckleins des Annunciaten- Klosters zu Coesfeld erwachte in ihr eine große Sehnsucht, in's Kloster zu gehen. Sie bemühte sich bei den Augustiner= innen in Borken, bei den Trappistinnen in Darfeld und den Clariffen in Münster um Aufnahme, aber vergeblich. Im Jahre 1802 in ihrem 28. Jahre wurde ihr von ihrem himmlischen Bräutigam die Gnade des finn­lichen, körperlich sichtbaren Mitleidens der Schmerzen seines heiligen Hauptes zu Theil in der Dornenkrönung: ,, Ich kniete einmal in der Jefuitenkirche zu Coesfeld," erzählte sie, ,, vor einem Crucifix im lebhaften Gebete. Ich war ganz in Betrachtung versunken. Da wurde mir so sachte und so heiß, und ich sah aus dem Tabernakel der Kirche meinen himm­lischen Bräutigam in Gestalt eines leuchtenden Jünglings vor mich hin­treten. Seine Linke hielt einen Blumenkranz, seine Rechte eine Dornen­frone und bot sie mir zur Wahl dar. Ich ergriff die Dornenkrone und drückte sie mir mit beiden Händen auf den Kopf, worauf er verschwand und ich mit einem heftigen Schmerze rings um das Haupt wieder zur Besinnung kam." Ihr Haupt war stark geschwollen und sie litt furchtbare Schmerzen. In der Kopfbinde zeigten sich die Blutflecken. Sie hielt es geheim. Im Jahre 1802 ward ihre Sehnsucht nach dem Kloster erfüllt. Sie fand nach vielen Hindernissen Aufnahme in das Augustinerinnens Kloster zu Dülmen. Sie wurde von Krankheiten und vielen Leiden heim­gesucht, die sie in der Betrachtung des Leidens Christi mit großer Geduld ertrug. Am 29. December 1812 trat ihre Stigmatisation ein, d. h. sie er­hielt die fünf Wunden. Um 3 Uhr Nachmittags lag sie sehr frank mit ausgebreiteten Armen in efstatischer Erstarrung auf ihrem Bette. Sie