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Allgemeines Gebetbuch : ein Haus- und Kirchenbuch für evangelische-lutherische Christen / hrsg. im Auftrag der Allg. Luth. Konferenz
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Dritter Teil: Lieder.

Beim Tode eines Kindes.

201. Mel.: Ermuntre dich, mein schwacher Geist. u bist zwar mein und blei­

Ort, kein Unglück und kein Krän­ten, kein Angst, kein Mangel, kein Versehn, bei Gott kann keinem best mein, wer will mirs Leid geschehn; wen Gott versorgt und liebet, wird nimmermehr be­trübet.

anders sagen? Doch bist du nicht nur mein allein, der Herr von ewgen Tagen, der hat das meiste Recht an dir; der fordert und er­hebt von mir dich, o mein Sohn, mein Wille, mein Herz und Wun­sches Fülle.

6. Wir Menschen sind ja auch bedacht, die Unsrigen zu zieren; wir gehn und sorgen Tag und Nacht, wie wir sie wollen führen in einen feinen selgen Stand, und ist doch selten so bewandt mit dem, wohin sie kommen, als wirs uns vorgenommen.

2. Ach, gält es wünschen, wollt ich dich, du Sternlein meiner Seelen, vor allem Weltgut ewig­lich mir wünschen und erwählen! Ich wollte sagen: Bleib bei mir! du sollst sein meines Hauses Zier; an dir will ich mein Lieben bis an mein Sterben üben.

3. So sagt mein Herz und meint es gut, Gott aber meints noch besser. Groß ist die Lieb in meinem Mut, in Gott ist sie noch größer. Ich bin ein Vater und nichts mehr: Gott ist der Väter Haupt und Ehr, ein Quell, da Alt und Jungen in aller Welt entsprungen.

4. Ich sehne mich nach mei­nem Sohn, und der mir ihn ge­geben, will, daß er nah an sei­nem Thron im Himmel solle le­ben. Ich sprech: Ach weh, mein Licht verschwind! Gott spricht: Willkomm, du liebes Kind, dich will ich bei mir haben und ewig reichlich laben.

7. Wie manches junges, from­mes Blut wird jämmerlich ver­führet durch bös Exempel, daß es thut, was Christen nicht ge­bühret. Da hats denn Gottes Zorn zum Lohn, auf Erden nichts, als Spott und Hohn; der Vater muß mit Grämen sich seines Kin­des schämen.

8. Ein solches darf ich ja nun nicht an meinem Sohn erwarten; der steht vor Gottes Angesicht und geht in Christi Garten, hat Freude, die ihn recht erfreut, und ruht von allem Herzeleid; er sieht und hört die Scharen, die uns allhier bewahren.

9. Er sieht und hört der En­gel Mund, sein Mündlein hilft selbst singen; weiß alle Weisheit aus dem Grund und redt von solchen Dingen, die unser feiner noch nicht weiß, die auch durch unsern Fleiß und Schweiß wir, weil wir sind auf Erden, nicht

5. O süßer Rat, o schönes Wort und heilger, als wir den­ken! Bei Gott ist ja kein böser ausstudieren werden.