Tod und Begräbnis.
Christ, der für mich ist gestorben, des Vaters Huld erworben; mein Mittler er auch worden ist.
5. Die Sünd mag mir nicht schaden, erlöst bin ich aus Gnaden umsonst durch Christi Blut. Kein Werk kommt mir zu Frommen*), so ich will zu ihm kommen, allein der christlich Glaube gut.
*) zu Nuße.
6. Ich bin ein unnütz Knechte; mein Thun ist viel zu schlechte, denn daß ich ihm bezahl damit das ewig Leben; umsonst will er mirs geben, und nicht nach mein'm Verdienst und Wahl.
7. Drauf will ich fröhlich sterben, das Himmelreich ererben, wie er mir's hat bereit; hie mag ich nicht mehr bleiben, der Tod thut mich vertreiben; mein Seele sich vom Leibe scheidt.
2. Mein Sünd mich werden kränken sehr, mein G'wissen wird mich nagen; denn ihr'r sind viel, wie Sand am Meer, doch will ich nicht verzagen; gedenken will ich an dein'n Tod, Herr Jesu, und dein Wunden rot, die werden mich erhalten.
3. Ich bin ein Glied an deinem Leib, des tröst ich mich von Herzen; von dir ich ungeschieden bleib in Todesnot und Schmerzen. Wenn ich gleich sterb, so sterb ich dir; ein ewigs Leben hast du mir durch deinen Tod erworben.
4. Weil du vom Tod erstanden bist, werd ich im Grab nicht bleiben; mein höchster Trost dein 9. Die Zeit ist schon vorhan- Auffahrt ist, Tods Furcht kann den; hör auf von Sünd und sie vertreiben; denn wo du bist, Schanden und richt dich auf die da komm ich hin, daß ich stets bei Bahn mit Beten und mit Wa- dir leb und bin; drum fahr ich chen; sonst all irdische Sachen hin mit Freuden. sollst du gutwillig fahren lan.
8. Damit fahr ich von hinnen, o Welt, thu dich besinnen, denn du mußt auch hernach. Thu dich zu Gott bekehren und von ihm Gnad begehren; im Glauben sei du auch nicht schwach.
675
10. Das schenk ich dir am Ende; Ade! zu Gott ich wende, zu ihm steht mein Begehr. Hüt dich vor Pein und Schmerzen, nimm mein' Abschied zu Herzen; meins Bleibens ist jetzt hie nicht mehr!
Joh. Hesse. † 1547.
200.
Eigene Melodie.
We
enn mein Stündlein vorhanden ist und soll hinfahrn mein Straße, so gleit du mich, Herr Jesu Christ, mit Hilf mich nicht verlasse! Mein Seel an meinem leßten End befehl ich, Herr, in deine Händ, du wollst sie mir bewahren!
5. So fahr ich hin zu Jesu Christ, mein Arm thu ich ausstrecken; so schlaf ich ein und ruhe fein, kein Mensch kann mich aufwecken, denn Jesus Christus, Gottes Sohn, der wird die Himmelsthür aufthun, mich führn zum ewgen Leben. nit. Hermann. † 1561.


