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Gott ist die reinste Liebe : mein Gebet und meine Betrachtung / vom Hofrath von Echartshausen
Entstehung
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ihm ähnliche Wesen zu ähnlicher Seligkeit zu bez stimmen, war mit ihm von Ewigkeit

Wie groß, wie glücklich muß der seyn, der die Macht hat, alle die Wesen zu erschaffen, die da auf dieser Welt um mich herum sind? Wie allmächtig, wie selig muß seine Existenz seyn? Und das Bestreben dieses ewigen Wesens ist, mich auch zu ähnlicher Seligkeit zu bringen. Wie groß ist meine Bestimmung! wie glücklich bin ich! Ich sehe um mich, und sehe Millionen Menschen, und alle diese sind mir gleich, be­stimmt zu ähnlicher Seligkeit. Wie wohl wird. mir nun ums Herz! Wie sehr füble ich den Werth meines Dafeyns! Er, dem Alles unter­geben ist, er, der Schöpfer der Engel, der vom Cherub bis zum Wurm Ulles nach dem Maßstabe seiner Liebe schuf, er, er liebt mich. O mich Glücklichen! welches Gefühl reißt mich zu ihm hin! und dieses Gefühl macht die Kette der Liebe. Was soll ich nun thun? Was ist meine Bestimmung? Ein Engel sagt mir's, wenn das Morgenroth auf den Bergen glimmt, bis zum Sonnenuntergang: Mensch, deine gan= ze Bestimmung ist, glücklich zu seyn, und zu lieben.

Dieß ist's alles? nun ja. Sonst nichts? Nein, er will nichts von dir, als:

liebe ihn, liebe dich, liebe deinen Nächsten! Ja, darin bestehen alle seine Gebote: sie sind