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Gott ist die reinste Liebe : mein Gebet und meine Betrachtung / vom Hofrath von Echartshausen
Entstehung
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schließt, und durch sanfte Ruhe neue Freuden meinem Herzen gibt? Wer schuf dieses Alles? Wer muß dieses Wesen seyn? Man nennt es Gott. Ja, Gott! der Gott der Menschen, der Gott meiner Brüder, der Gott meiner Eltern, meiner Freunde, meiner Geliebten. Er, der allen Menschen Sinne gab, wie mir, um seine Ge­schenke zu kosten, und unser Daseyn zu fühlen, um glücklich zu seyn! Wer bist du, unbegreifli­ches Wesen? Du mußt es recht gut mit uns meinen, so wie ein Vater mit seinen Kindern. Du mußt ganz reine Liebe seyn. Ja, das bist du, ganz reine Liebe. Was heißt aber Liebe? Ja, das ist eine Frage, die ich aus meinem Selbstgefühl beantworten will. Was geht den in mir vor, wenn ich liebe? Habe ich nie ge­liebt? ja! ich liebte meine Eltern, meine Brüder, meine Gattin, meine Kinder, meinen Freund. Was fühlte ich denn in mir? Einen Hang, ein Bestreben, sie dauerhaft glücklich zu sehen; ganz für sie zu leben; ganz für sie zu seyn; Glück zu suchen, und es ihnen mitzuthei­len. So fühlte ich ja, so fühlte ich als Mensch! Aber Gott, der schon unendlich selig ist, der als Geist ganz von Menschen unterschieden ist, kann der Gefühle haben, wie wir Menschen? Nein, er kann nicht erst lieben, sondern er liebt schon ewig, vor Jahrtausenden, vor Millionen Jahren. Er ist selbst die Liebe: das Bestreben seines Geistes,