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Gott ist die liebe.
Allmächtiges Wesen, das mich schuf, dem ich mein Dafeyn zu danken habe! über dich will ich nachdenken. Du bist! die ganze Natur verkündigt mir dein Daseyn. Du glühest im Purpur der Rose, und eingewebt ist deine Güte im Silber der Narcissen. Ich lebe und füble. Wem hab' ich dieses Leben zu danken? Wem das Wonnegefühl, das durch meine Adern strömt? Wem die sanfte Wollust meiner Sinne? Wer gab mir meine Augen, um die Schönheiten der Natur zu sehen? Wer das Ohr, das die sanften Töne harmonischer Gesänge der Vögel höret? Wer die Zunge, die sich an der Quelle labt, an der Frucht des Baumes er= quickt? Wer gab mir diese Hände, die sich nach den Blumen ausstrecken, die auf Wiesen und in den Thälern blühen? Wer gab mir die Kraft fanfter Erinnerung, vermög welcher ich mir die Gegenstände noch deutlicher vorstellen kann, wenn sie auch nicht mehr da sind? Wer schuf in mir dieses Herz, das sanfter Freude empfänglich ist? Wer diese Lippen, die den Kuß auf meines Bruders Wange drücken? Wer sehte uns diesen Baum, wo erquickende Winde von der Hiße der Sonne meine Wangen kühlen? Wer stürzte den Bach über die hohen Felsen herab, der durch sein einschlummerndes Geräusch meine Augen


