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Gott ist die reinste Liebe : mein Gebet und meine Betrachtung / vom Hofrath von Echartshausen
Entstehung
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uns durch sich selbst zur Erkenntniß führe, das ist dein Wille; das ist das Gefeß deiner Liebe.

Herr! ich erkenne nun, verschließe mir also die Arme nicht, in die ich wieder zurück komme. Meine Reue besteht nicht in kindischem Winseln, oder in unruhigem Grame; sie besteht darin, daß ich meinen Willen bessere, und nicht mehr zurücktrete; daß ich meine Seele umändere, das sey meine Buße. Herr! mein Wille ist fest; aber ich vergesse nicht, daß das Fleisch schwach ist. Ich bin nicht stolz auf meine Kräfte; was sind die Kräfte eines schwachen Sterblichen? Ich er­kenne, daß ich nichts kann, aber eben darum, weil ich's erkenne, komme ich zu dir, und bitte dich um deinen Schuß. Leite mich durch die Wege der Wanderschaft, schicke mir deine heili­gen Engeln, und führe meine Seele durch heilige Einsprechungen. Mache mich zu einem Werk­zeuge deiner Liebe, und laß mich so viel Gutes hiernieden wirken, als nur möglich ist. Nie wer­de ich vergessen, daß alles, was geschieht, dein Werk ist, und daß ich nur ein schwaches Werk­zeug bin, das ohne Kraft ist, wenn die Hand deiner Güte es verläßt.

Mit Stärke der Seele hoffe ich nun auf dich, und wer glaubet, liebet und hoffet, wird nicht zu Schanden werden, Gott! mein Helfer, mein Erretter. Amen.