und unterredet sich mit ihm in herzlicher Innigkeit; denkt ein gutes Kind gern an seinen lieben Vater und ergießt willig vor ihm seine Gesinnung, wie sollte denn der Christ nicht auch gern an Gott, seinen huldvollsten Vater, an Jesum, seinen liebreichen Erlöser denken, und mit Freude seine Empfindungen der Ehrfurcht, der Dankbarkeit und Liebe vor Ihm niederlegen, und im zärtlichen Vertrauen Ihn um seine Hilfe und Gnade anflehen? Nur derjenige, welcher verblendeten Sinnes und verkehrten Herzens ist, vermag diese Wonne eines betenden Christen zu verkennen.
2. Daß es Pflicht sei, oft zu beten.
Es erhellet von selbst aus der Natur des Gebetes überhaupt, daß das öftere Gebet- schon nach der bloßen Vorschrift der gesunden Vernunft für Jedermann ohne Ausnahme unerläßliche Pflicht sei. Denn alle Menschen erkennen Gott als das höchst vollkommene Wesen und die unendliche Majestät, als den Ursprung und Herrn aller Dinge, als unser 1 unbegrenztes Gut und unser letztes Ziel. Die Vernunft 1 und das Gewissen sagen nun bei dieser Betrachtung der göttli1 chen Natur gleichzeitig einem Jeden, daß wir die höchste Majestät Gottes und seine Herrschaft über uns nicht blos anerkennen müssen, sondern auch, daß wir, als seine Geschöpfe, Unter1 thanen und Kinder, in den Staub niedersinken sollen, um Ihm die gebührende Ehre, Liebe, Huldigung, Verwunderung darzubringen, daß wir allen unsern Handlungen und Entschließungen eine fromme Richtung auf Gott, als unser letztes Ziel, geben - Und da wir Alles, und sie Ihm als Opfer weihen müssen. was wir sind und haben, blos von Gott empfangen, so müssenwir Ihn auch als unsern größten Wohlthäter anerkennen und 2 Ihm kindlichen Dank zollen..Wer sich durch Sünde von 2 Gott als von seinem letzten Ziele und höchsten Gute entfernt, 2 und sich durch Ungehorsam vider Ihn empört, dem sagt sein folterndes Gewissen, daß er im Schmerze seines Herzens über seine Vergehungen Gott um Verzeihung anzuflehen und sich 3 durch Genugthuung mit Ihm wieder auszusöhnen habe.— Wenn wir endlich ohne Gott Nichts, durch Ihn aber Alles vermögen, so müssen wir schon nach dem Gebote der Selbst
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