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Das Gebet der Fürbitte in Vereinigung mit dem göttlichen Herzen Jesu oder Apostolat des Gebetes durch Vermittlung des göttlichen Herzens Jesu / von einem Priester des Franziskaner-Ordens [i.e. Gaudentius Guggenbichler]
Entstehung
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vermögend find, durch uns selbst etwas zu denken, wie aus eigener Kraft, sondern unsere Fähigkeit ift aus Gott."( 2. Cor. 3, 5.) Und nicht genug, daß wir in unsern Anliegen zu Ihm fommen dürfen, Er befiehlt es uns sogar, und knüpft an diese Pflicht das Versprechen, unsere Gebete zu erhören, wenn wir nur um Dinge bitten, die zu unserm Heile förderlich sind, und wenn wir auf die rechte Weise bitten, nämlich mit Ehrfurcht und Vertrauen. Bittet, sagt Er, uud ihr werdet em­ pfangen; suchet, und ihr werdet finden, klopfet an, und es wird euch aufgethan."- Urtheile felbst, christliche Seele! kann man wohl mit größerem Ansehen und mit größerer Güte etwas befehlen? und ist es nicht seltsam, daß ein für uns so vor­theilhaftes Gebot so viele Uebertreter hat? psjo

Wenn ein mächtiger Fürst auf Erden ein folches Versprechen machen würde: Verlanget nur, und ihr werdet es erhalten; ich bin bereit, alle Wünsche meiner Unterthanen zu erfüllen- meine Schätze sollen Allen geöffnet sein;" wäre es wohl nothwendig seine Unterthanen noch zu er muntern? Wie eifrig würden sie von allen Enden seines Reiches herbeieilen, wie dringend würden Große und Kleine, Reiche und Arme kommen, und ihre Bedürfnisse, ihre Wünsche vortragen! Und doch,

wie reich, wie mächtig ein solcher Fürst auch wäre, so wäre er dennoch nicht im Stande, sein Versprechen auch nur theilweise zu halten, da ja fein Sterblicher allem Elende abhelfen und alle Verlangen befriedigen kann.in Jnfict

Hier ist es aber nicht ein Sterblicher, nicht ein König der Erde, sondern der König der Un­

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