Am 10. und 11. Sonntage nach Trinitatis.
läßt dunken, er stehe, mag wohl zusehen, daß er nicht falle. Es hat euch noch keine, denn menschliche Versuchung betreten. Über Gott ist getreu, der euch nicht läßt versuchen über euer Vermögen, sondern macht, daß die Versuchung so ein Ende gewinne, daß ihr es könnet ertragen.
Um 10. Sonntage nach Trinitatis. Evangelium, Luc. 19, 41:48. Und als er, der Herr Jesus, nahe
hinzu kam, sahe er die Stadt an, und weinete über sie, und sprach: Wenn du es wüßtest, so würdest du auch bedenken zu dieser deiner Zeit, was zu deinem Frieden dienet. Aber nun ist es vor deinen Augen verborgen. Denn es wird die Zeit über dich kommen, daß deine Feinde werden um dich und deine Kinder mit dir eine Wagenburg schlagen, dich belagern, und an allen Orten angsten, und werden dich schleifen, und keinen Stein auf dem andern lassen, darum, daß du nicht erkennet haft die Zeit, darinnen du heimgesucht bist. Und er ging in den Tempel, und fing an auszutreiben, die darinnen verkauften und kauften; und sprach zu ihnen: Es stehet geschrieben: Mein Haus ist ein Bethaus, thr aber
habt es gemacht zur Mördergrube. Und er lehrte täglich im Tempel. Uber die Hohenpriester und Schriftgelehrten, und die Vornehmsten im Volk, trachteten ihm nach, daß sie ihn umbrächten, und fanden nicht, wie sie ihm thun sollten; denn alles Volk hing ihm an, und hörete ihn.
Epistel, 1 Cor. 12, 1:11. Bon on den geistlichen Gaben aber will ich euch, lieben Brüder, nicht verhalten. Ihr wisset, daß ihr Heiden send gewesen, und hingegangen zu den stummen Gögen, wie ihr geführt wurdet. Darum thue ich euch kund, daß Niemand Jesum verfluchet, der durch den Geift Gottes redet; und Niemand fann Jefum einen Herrn heißen, ohne durch den heiligen Geist. Es sind mancherlei Gaben, aber es ist ein Geift. Und es sind mancherlei Nemter, aber
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es ist ein Herr. Und es sind mancherlei Kräfte, aber es ist ein Gott, der da wirket Ulles in allen. Ja einem Jeg. lichen erzeigen sich die Gaben des Geistes zum gemeinen Nußen. Einem wird gegeben durch den Geist zu reden von der Weisheit; dem Undern wird gegeben zu reden von der Erkenntniß, nach demselbigen Geist; einem Undern der Glaube, in demselbigen Geist; einem Undern die Gabe gesund zu machen, in demselbigen Geist; einem Undern Bunder zu thun; einem Undern Weiffagung; einem andern Geister zu unterscheiden; einem andern mancherlei Sprachen; einem Undern die Sprachen auszulegen. Dies aber Ulles wirkt derselbige einige Geist, und theilt einem Jeglichen seines zu, nachdem er will. Um 11. Sonntage nach Trinitatis.
De
Evangelium, Luc. 18, 9:14. er Herr sagte zu Etlichen, die sich wären, und verachteten die Undern, selbst vermaßen, daß sie fromm ein solches Gleichniß: Es gingen zwei Menschen hinauf in den Tempel zu beten, einer ein Phärisäer, der andere ein Zöllner. Der Pharisäer stand, und betete bei sich selbst also: Ich danke dir, Gott, daß ich nicht bin wie andere Leute,
Räuber, Ungerechte, Ehebrecher, oder auch wie dieser Zöllner. Ich faste zweimal in der Woche, und gebe den Zehnten von Allem, das ich habe. Und der Zöllner stand von ferne, wollte auch seine Augen nicht aufheben gen Himmel; sprach: Gott, sey mir Sünder gnås sondern schlug an seine Brust, und dig! Ich sage euch: Dieser ging hinab gerechtfertiget in sein Haus vor jenem. Denn wer sich selbst erhöhet, der wird erniedriget werden; und wer sich selbst erniedriget, der wird erhöhet werden.
Epistel, 1 Cor. 15, 1-10.
des Evangelif, das ich euch ver= kündigt habe, welches ihr auch ange= nommen habt, in welchem ihr auch ste: het; durch welches ihr auch selig werdet, welcher Gestalt ich es euch verkündiget habe, so ihr es behalten habt; es wäre denn, daß ihr es umsonst geglaubt hát:


