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Neues Gesangbuch für die evangelisch-lutherischen Gemeinden in den kurfürstlich-hessischen Landen
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Am 9. Sonntage nach Trinitatis.

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Trauben lesen von den Dornen, oder Feigen von den Difteln? Also, ein jeg­licher guter Baum bringet gute Früch­te; aber ein fauler Baum bringet arge Früchte. Ein guter Baum kann nicht arge Früchte bringen, und ein fauler Baum kann nicht gute Früchte bringen. Ein jeglicher Baum, der nicht gute Früchte bringet, wird abgebauen und in das Feuer geworfen. Darum, an ibren Früchten sollt ihr sie erkennen. Es werden nicht Alle, die zu mir sagen: Herr, Herr, in das Himmelreich fom­men; sondern die den Willen thun meines Vaters im Himmel. Es werden Viele zu mir sagen an jenem Tage: Herr, Herr, baben wir nicht in deinem Namen geweisfaget? Haben wir nicht in deinem Namen Teufel ausgetrie­ben? Haben wir nicht in deinem Namen viel Thaten gethan? Dann werde ich ihnen bekennen: Ich habe euch noch nie erkannt, weichet alle von mir, ihr Uebelthäter.

Epistel, Röm. 8, 12-17.

o find wir nun, lieben Brüder, Schuldner, nicht dem Fleisch, daß wir nach dem Fleisch leben. Denn wo ihr nach dem Fleisch lebet, so wer­det ihr sterben müssen; wo ihr aber durch den Geist des Fleisches Geschäfte tödtet, so werdet ihr leben. Denn welche der Geist Gottes treibet, die find Gottes Kinder. Denn ihr habt nicht einen knechtlichen Geißt empfan­gen, daß ihr euch abermal fürchten müßtet; sondern ihr habt einen kind lichen Geißt empfangen, durch welchen wir rufen: Abba, lieber Vater! Der felbe Seif gtebt Zeugniß unserm Geist, daß wir Gottes Kinder sind. Sind wir denn Kinder, so sind wir auch Erben, nämlich Gottes Erben, und Miterben Christi; so wir anders mit leiden, auf daß wir auch mit zur Herrlichkeit erho­

ben werden.

Um 9. Sonntage nach Trinitat.

Evangelium, Luc. 16, 1.9.

Es war ein reicher Mann, der hatte ward vor ihm berüchtiget, als hätte er ihm seine

Güter umgebracht. Und erforderte ihn, und sprach zuibm: Wiehöreich dasvon dir? ThueRechnung von deinem Haus­balten? denn du kannst hinfort nicht mebrHaushalter seyn. Der Hausbalter sprach bet sich selbst: Was soll ich thun? Mein Herr nimmt das Amt von mir, graben mag ich nicht, so schäme ich mich zu betteln. Ich weiß wohl, was ich tbun will, wenn ich nun von dem Amt gesetzt werde, daß sie mich in ihre Häuser neh. men. Und er rief zu sich alle Schuldner seines Herrn, und sprach zu dem ersten: Wieviel bistdu meinem Herrn schuldig? Er sprach: Hundert TonnenDels. Und er sprach zu ihm: Nimm deinen Brief, seße dich, und schreibe flugs funfzig. Darnach sprach er zu dem andern: Du aber, wie viel bist du schuldig? Er sprach: Hundert Malter Weizen. Und er sprach zu ihm: Nimm deinen Brief, und schreibe achtzig. Und der Herr lobete den ungerechten Haushalter, daß er flüglich gethan hätte. Denn die Kinder dieser Welt sind flüger, denn die Kinder des Lichts in ihrem Geschlecht. Und ich sage euch auch: Machet euch Freunde mit dem unge­rechten Mammon, aufdaß, wenn ihr nun darbet, fie euch aufnehmen in die ewigen Hütten.

Epistel, 1 Cor. 10, 6-13. Das ist aber uns zum Vorbild gesche. nicht laffen des Bösen, gleichwie fene ge­lüstet hat. Werdet auch nicht Abgöttl­sche, gleichwie jener Etliche worden, als geschrieben siebet: Das Bolt septe sich nieder zu essen und zu trinken, und stand auf zu spielen. Auch laft uns nicht Hureret treiben, wie Etliche unter fenen Hureret trieben, und fielen auf einen Tag drei und zwanzig tausend. Lasset uns aber auch Christum nicht versuchen, wie Etliche von fenen ihnver­suchten, und wurden vonden Schlangen umgebracht. Murret auch nicht, gleich­wie jener Etlichemurreten, und wurden umgebracht durch den Verderber. Sol­ches alles widerfuhr ihnen zum Vor­

bilde; es ist aber geſchrieben und zur Warnung, das Ende der Welt kommen ist. Darum, wer sich