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Gesangbuch zum gottesdienstlichen Gebrauch für die Stadt und das Herzogthum Magdeburg nebst einigen Gebeten zur häuslichen Erbauung
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XIII. Die letzten Dinge. mo

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9. Uch Gott, wie bist du so gerecht! wie strafest du die bösen Knecht im heißen Pfuhl der Schmerzen! Auf kurze Sünden dieser Welt hast du so lange Pein bestellt. Uch nimm dies wohl zu Herzen und merk auf dies, o Men schenkind! Kurz ist die Zeit, der Tod geschwind. he

10. 2ch fliehe doch des Teufels Strick! die Wollust kann einen Augenblick und länger nicht ergößen; dafür willst du dein arme Seel her: nachmals in des Teufels Höhl, o Mensch, zum Pfande setzen? Ja schöner Tausch! ja wohl gewagt! das bei den Teufeln wird beklagt.

11. So lang ein Gott im Himmel lebt und über alle Wolken schwebt, wird solche Marter währen; es wird sie plagen Kält und Hitz, Angst, Hunger, Schrecken, Feuer und Blig, und sie doch nicht ver­zehren. Dann wird sich enden diese Pein, wann Gott nicht mehr wird ewig sein.

12. Die Marter bleibet im­merdar, als anfangs sie be­ngs fie be­schlossen war, sie kann sich nicht vermindern; es ist ein Arbeit sonder Rub, fie nimmt an Klag und Seufzen zu bei jenen Satanskindern. D Sünder, deine Missethat em pfindet weder Trost noch Rath.

13. Wach auf, o Mensch, vom Sündenschlaf, ermuntre dich, verlornes Schaf, und beffre bald dein Leben! Wach auf, es ist doch hohe Zeit, es kommt heran die Ewigkeit, dir deinen Sohn zu geben. Vielleicht ist heut der legte Tag; wer weiß doch, wann man sterben mag? ind

14. Ach laß die Wollust dieser Welt, Pracht, Hoffart, Reichthum, Ehr und Geld dir länger nicht gebieten. Schau an die große Sicher­heit, die falsche Welt und böse Zeit, zusammt des Teufels Wüthen. Vor allen Dingen hab in Ucht die vorerwähnte lange Nacht.

15. du verfluchtes Men­schenkind, von Sinnen toll, von Herzen blind, laß ab, die Welt zu lieben! Ach, ach! soll denn der Hölle Pein, da mehr denn tausend Henker sein, ohn Ende dich betrüben? Wo lebt ein so beredter Mann, der dieses Werk aussprechen kann?

16. Ewigkeit, du Don­nerwort! o Schwert, das durch die Seele bohrt, o An­fang sonder Ende! o Ewigkeit, Zeit ohne Zeit! ich weiß vor großer Traurigkeit nicht, wo ich mich hinwende. Nimm du mich, wenn es dir gefällt, Herr Jesu, in dein Freudenzelt. st

Joh. Rift.+ 1667.

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