Druckschrift 
Katholisches Gebet- und Gesangbuch : worin im ersten Theil auserlesene Morgen-, Abend-, Tägliche-, Wöchentliche-, Meß-, Buß-, Beicht-, Kommunion-, und Ablaß-Gebete [...] enthalten sind; der zweite Theil umfaßt eine zahlreiche Sammlung gottesdienstlicher alter und neuer allgemein gebräuchlicher Gesänge [...] / zsgetr. und bearb. von Stanislaus Chr. Vinc. Sydow
Entstehung
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denk: sterblich bin ich und sehr schwach, vielleicht ist heut' der letzte Tag.

9. Bermeide Zank und Miß­verständniß;- vergib, wenn verweil' du beleidigt bist; auch nicht mit dem Geständ­niß des Unrechts, als ein wahrer Christ; denk, wel chen Lohn du dir erwirbst, wofern du unversöhnet stirbst.

10. Denk an den Tod in deinen Freuden, wo er dich übereilen kann, um jede eitle Luft zu meiden, zu fliehn des Lasters breite Bahn. Wohl dem, der, wenn er Pflicht und Ge­sich ergößt, wissen nicht verlegt.

11. In Schmerzen, Gram, Bekümmernissen bedenk: bald wird's zu Ende sein; dies wird das Leiden sehr ver= süßen,- und dir Geduld und Kraft verleihn.- Sei nur ge­treu bis an den Tod: mit ew'ger Wonne lohnt dir Gott.

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Begräbnißlieder.

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Ein Anderes.

375) Herr Jesu, wahrer Mensch und Gott!- du lit­teft willig Angst und Spott, als du für mich am Kreuze starbst und mir des Va­ters Huld erwarbst.

2. Um deiner Liebe willen ſei mir gnädig, Herr, und steh mir bei im legten Kampf in Sterbensnoth, wenn ich einst ringe mit dem Tod'.

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3. Wenn dann mein ster­bend Auge bricht- und meine Zunge nicht mehr spricht, mein stockend Blut sich kaum bewegt- und kaum das matte Herz mehr schlägt.

4. Wenn mein Verstand sich mir entzieht, wenn jede Hilfe mir entflieht: ach! dann verkürze meine Qual und führ mich aus dem Jammer­thal.

5. Ich gebe meine Seele dann in deine Hände! Nimm fie an! der Leib rub' in der finstern Gruft,- bis einst dein großer Tag ihn ruft.

6. Dann laß ihn fröhlich aufersteh'n, in deinen Him­mel einzugeh'n!- Gedenf, o Heiland, im Gericht, meine Missethaten nicht!

an

7. Dein ew'ges Wort be­lehrte mich, daß, wenn ich eifrig liebe dich, und halte fest an deinem Wort, mir Gnad' zufließe immerfort. Fo

8. Daß ich nicht komme ins Gericht und selbst den Tod auch schmecke nicht; denn, wer in deiner Gnade stirbt, zwar zeitlich, doch nicht ganz verdirbt.

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9. Vielmehr willst du mit starfer Hand ihn reißen aus des Todes Band- und zu dir nehmen in dein Reich, damit er da mit dir zugleich, 10. In Freuben lebe ewig Hilf gnädig uns an

fort.