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nur eine sehr kleine Zahl gehört jener späteren Periode an, welcher im Allgemeinen der Sinn und Beruf für das wahre Kirchenlied abging. Einzelne Lieder dieser letten Klaffe haben jedoch theils durch irgend einen guten Gedanken, der die eine oder die andere Strophe auszeichnet, theils durch eine ansprechende Melodie eine große Beliebtheit gewonnen; man glaubte deßhalb ihre Aufnahme gestatten zu dürfen. Einigen andern Melodien, die noch weniger genügen, ist eine bessere vorgesetzt.
Bei der Beschränkung der Zahl der Lieder auf hundert und fünfzig wirkte die Ansicht mit, daß es nicht zu empfehlen sei, zu vielerlei Lieder im Laufe des Jahres zu singen. Bei der Beschränkung auf wenigere Lieder prägen sich Texte und Melodien tiefer ein und werden, je mehr in ihnen wirklich christlicher Geift weht, auch außer der Kirche in Haus und Feld gerne und mit Nuken gesungen werden.
Da von den älteren Liedern manche theils der veralteten Sprache wegen, theils wegen offenbarer Sprachwidrigkeiten nicht unverändert in das neue Gesangbuch übergehen konnten, so vergegenwärtigte man sich gewissenhaft die Grundsätze, nach welchen bei solcher Um


