XIII
in allen Perioden mehr oder weniger geübt hat; es muß dasselbe aber in unsern Tagen, in welchen es gilt, daniederliegendes kirchliches Bewußtsein überall erst wieder zu erwecken, viel strenger geübt werden, als in früheren firchlich glaubensvollen Zeiten, die in ihrer Naivität gar manches ohne Schaden mit in den Kauf nehmen konnten, was wir jetzt ohne Gefahr nicht mehr bieten dürfen.
Nur in seltenen Fällen bedarf es einer weiter greifenden Redaktion; meist läßt sich mit leiser schonender Aenderung auskommen; oft auch kann durch Ausscheidung von Versen geholfen werden. Durch lezteres Verfahren, welches auch alle neuesten officiellen Gesangbücher mehr oder weniger angewandt haben, gewinnen viele Lieder zugleich an erbaulicher wie an poetischer Kraft, indem sie unnöthiger, beschreibender oder reflektirender, den Liedcharakter verlegender Bestandtheile entkleidet werden; andere, die nie oder nur selten in Gesangbüchern angetroffen werden, können erst durch solche Verkürzung Aufnahme neuerdings finden. Zugleich wird hierdurch das durchaus wünschenswerthe Singen ganzer Lieder im Gottesdiensie ermöglicht, während dieß bei Liedern von 16, 20, 26 und mehr Versen nicht geschehen würde, auch wirklich niemals geschehen ist, dadurch aber der Fall eintrat, daß man sehr oft immer nur in den Vorhöfen verweilte und nie bis ins Heiligthum drang.
Ich bescheide mich freilic; nun gern, überall das Rechte erwählt oder getroffen zu haben; es wird des


