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die Entwicklungsstufen religiösen Lebens, aus denen auch die verschiednen Perioden unsers Kirchenlieds mit ihrem eigenthümlichen Charakter erwachsen sind, in der Geschichte der Kirche und selbst in dem Leben des Einzelnen in verjüngter Weise immer aufs neue, bald vorwärts, bald rückwärts, vom subjektiven Pietismus zum objektiven Orthodorismus und umgekehrt. Daher die Vorliebe der einen Zeit und des einen Menschen für die Eigenthümlichkeit dieser oder jener Periode kirchlichen Lebens. Unsere gährende und kämpfende Zeit nun beherbergt fast alle die Elemente, welche je unsere Kirche bewegt haben, freilich meist nur als Epigonen früherer Größen, und noch in vielfacher Vermischung. Für sie mag es eine heilsame Mahnung sein, wenn sie in der Geschichte des Kirchenlieds sieht, wie die im Leben der Welt oft hart wider einander stoßenden Geister da, wo sie ihrem Herrgott gegenüber treten und das eigenste Bedürfniß eines heilsbegierigen und heilsbewußten Herzens aussprechen, allen Haber vergessen und in den mannichfaltigsten Tönen und Weisen dennoch eine große und reiche Harmonie darstellen. Mir hat das immer als eine schöne Weissagung evangelischer Union erscheinen wollen, die sich auch da, wo Menschen sie hindern wollen, im Leben, in der Kunst und selbst in der sich sträubenden Wissenschaft immer aufs neue vollzieht. Ihr zu Dienst, trotz aller Ungunst, die sie heute erfährt, sei auch dieß Büchlein gestellt.


