IX
begreiflicher Weise am reichsten vertreten, so bot doch auch die Mystik Schefflers und seiner Nachfolger, sowie diejenige der Reformirten Neander, Lampe, Terstegen, der Pietismus der Hallenser und Würtemberger und wiederum die Liederdichtung der mehr an Gerhardts Zeit fich anschließenden Orthodoren S. Franck, Schmold, Neumeister nicht unbedeutenden Beitrag. Auch einzelnes Werthvolle Herrnhuthschen Gesanges blieb nicht ausgeschlossen, viel weniger der noch heute im Volke lebende und Segen verbreitende Gellert; selbst die Zeit der Liederrevolution konnte mit einigen Liedern vertreten werden. Gern habe ich auch ein Anzahl von Liedern neuerer, zum Theil noch lebender Dichter, aufgenommen, weil gerade diese, wenn es ihnen, wie z. B. Arndt, Rückert, Spitta, Knapp u. 2. hier und da gelingt, den Ton des alten Kirchenlieds mit Glück zu reproduciren, besonders geeignet sind, vielen unserer Zeitgenossen Verständniß und Liebe für jenes zu vermitteln.
Gewissermaßen eine concrete Geschichte des Kirchenlieds darstellend, zu deren weiterer Veranschaulichung von mir innerhalb der einzelnen Rubriken die chronologische Folge gewählt, auch als Beihülfe ein biographisches Verzeichniß der Dichter hinzugefügt wurde, scheint mir eine solche die verschiedenen Epochen berücksichtigende Auswahl auch am ersten geeignet, den verschiedenen Bedürfnissen und Geistesrichtungen zu entsprechen, in so fern dieselben innerhalb unserer evangelischen Kirche berechtigt sind. Wiederholen sich doch


