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Gebete und Andachten. 661
hoͤre, was der Herr zu dir redet: Die Stunde ist da, aufzustehen vom Schlafe. Lange genug hast du ge⸗ schlafen in deinen Suͤnden, und es ist Zeit, daß du endlich aufstehest. Darum, mit dem Anbruche dieses Tages ermuntere dich aus deinem geistlichen Schlum⸗ mer, und bedenke, was du noch zu thun hast, wenn das Geschaͤfte deiner Seligkeit gluͤcklich ausgefuͤhret werden soll. Siehe! jetzt dauert noch dein Tag, wer weiß, wie bald deine Nacht einbricht! Du mußt wir⸗ ken jetzt, weil es Tag ist, bald kommt die Nacht, da Niemand wirken kann. O! wie Vieles habe ich im Vergangenen versaͤumt! Wenn ich bedenke, wozu ich hier auf der Welt bin, und was ich hier zu thun ha⸗ be; so muf ich mich schaͤmen und mich scheuen, meine Augen aufzuheben zu dir, mein Gott! denn ich bin ein suͤndiger Mensch. Darum bitte ich dich: sey mir Sünder um Jesu willen gnaͤdig! Ich erkenne es. meine Stunde ist da, aufzustehen vom Schlaͤfe, und ich nehme es mir vor, mit diesem nun angebrochenen Tage das große Werk meiner Seligkeit mit Ernst un Eifer zu treiben. Ach, Herr! staͤrke mich in diesem Vorsatze, und hilf mir, daß ich ihn ausfuͤhre. Und wenn ich ja wieder vergessen sollte, was ich fuͤr die Ewigkeit zu thun habe, wenn ich aus menschlicher Schwachheit doch wieder sollte verleitet werden, in meinen vorigen Suͤnden einzuschlummern; so laß, o Gott! dieses Wort maͤchtig in meiner Seele wieder⸗ schallen: Siehe! die Stunde ist da, aufzustehen vom Schlafe.— Ja! dieses Wort soll mich vorsichtig ma⸗ chen, daß ich auf alle meine Wege merke, damit ich von deinen Geboten nicht weiche. Denn, wenn ich bedenke, wie weit ich noch von meinem Ziele bin, wie Vieles mir noch fehlt, und was ich noch Alles zu thun habe, wenn ich meinen Lauf als Christ mit Freuden beschließen will: o! so habe ich wohl Ursache unver⸗ zuͤglich aufzustehen, und mit allem Ernste zu schaffen, daß ich selig werde, ehe denn ich, von meiner durchlebten Zeit Rechenschaft abzulegen, von meinem Herrn und Rich⸗ ter aufgefodert werde. Wohlan denn! ich mache mich auf, und trete neben meinem irdischen Berufe dieses wich⸗


