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Geistliche und liebliche Lieder : welche der Geist des Glaubens durch D. Martin Luthern, Johann Heermann, Paul Gerhard und andere seine Werkzeuge in den vorigen und jetzigen Zeiten gedichtet, und die bisher in Kirchen und Schulen der Königl. Preuß. und Churfl. Brandenb. Lande bekannt ... nebst einigen Gebeten von Johann Porst
Entstehung
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227
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von wahrer Husze.

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2. Ich will dir nur mein falsches Herz bekennen, ich zeuge hier von dem, das mir bewußt; ich ließ in mir ein fremdes Feuer bren⸗ nen, und heuchelte mit der verbotnen Lust: ich bin ge⸗ glitten, weil ich nicht treu gestritten. Du wollst mich nicht mehr lassen in den Banden; dieweil ich dir ver⸗ trau, und stets alif deine Wahrheit bau, so werd ich nicht zu Schanden.

3. Dich hatt ich nicht, o Hoͤchster, stets vor Augen, noch deine Furcht mir recht in Sinn gedruͤckt; ich luͤ⸗ sterte nach Dingen, die nicht taugen, die haͤtten mir fast meinen Geist erstickt. HErr, deine Treue wird jetzo wie⸗ der neue, indem du mich befreiest von den Banden; ich hab auf dich gebaut, und deiner Liebe nur ge⸗ traut, drum werd ich nicht zu Schanden.

4. Ich strebte auch gar oft nach hohem Wesen, und ging nicht recht in wahre Demuth ein; wenn meine Lust was Schnödes sich er⸗ lesen, mußt oft dein Dienst der Falschheit Schminke sein. O daß ichs sage, und nicht genug beklage! Ach biene mich mit Macht aus

iesen Banden; dieweil ich dir vertrau, und nur auf deine Guͤte bau, so werd ich nicht zu Schanden.

5. O siehe doch, wie meine Seele aͤchzet, und sich nach dir und deinem Stromlein sehnt! Wie duͤr⸗ res Land nach frischem Re⸗

gen lechzet, also mein Geist nach Lebenswasser stoͤhnt. Komm ja, und leite mich bald zu deiner Seite, und Hehe mich mit Macht aus iesen Banden. Ach hil mir dir vertraun, und Trot in deine Seite baun, so werd ich nicht zu Schanden.

6. Gieb mir dein Fleisch doch wuͤrdig zu genießen, und druͤcke mich an deine sanfte Brust; laß auch dein Blut in meine Seele flie⸗ ßen, und schwaͤche so die Wurzel boͤser Lust, daß keine Sůnden in mir den Wohn⸗ platz finden, und laß mich nicht mehr fesseln mit den Banden. Ich will dir stets vertraun, auf dich den Le⸗ bensfelsen baun, so werd ich nicht zu Schanden.

7. Gieb mir das Pfand der Seligkeit zu schmecken, und druͤcke mir dein wer⸗ thes Siegel ein, zur Macht im Streit, zur Labung in dem Schrecken, wenn du mich siehst nach frischer Kuͤhlung schrein; zur Kraft im Kaͤmpfen, die Fleisches⸗ lust zu daͤmpfen. Ach HErr, ach laß mich ja in keinen Banden; gieb, daß ich dir vertrau, und nur auf dei⸗ nen Willen bau, so werd ich nicht zu Schanden.

8. Laß deine Glut der Liebe in mir brennen, laß deinen Tod mir in Gedan⸗ ken stehn; laß keine Lust mich jemals von dir tren⸗ nen, noch mich aus Furcht von dir zuruͤcke gehn. Sonst wie dein Wille, ich halte gerne stille. Wenn du mich

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