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Neues Gesangbuch für die evangelisch-lutherischen Gemeinden in den kurfürstlich-hessischen Landen
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1066
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66 Am 16. Sonntage nach Trinitatis.

auch versucht werdest. Einer trage des andern Last, so

werdet ihr das Gesetz Christi erfüllen. So aber sich Jemand läßt dünken, er sey etwas, so er doch nichts ist, der betrüget

sich selbst. Ein Jeglicher aber prüfe sein selbst Werk, und

alsdann wird er an ihm selber Ruhm haben, und nicht an einem andern. Denn ein Jeglicher wird seine eigene Last tra gen. Der aber unterrichtet wird mit dem Wort, der theile mit allerlei Gutes dem, der ihn unterrichtet. Irret euch nicht,

Gott läßt sich nicht spotten. Denn was der Mensch säet, das

wird er erndten. Wer auf sein Fleisch säet, der wird von dem Fleisch das Verderben erndten. Wer aber auf den Geist säet, der wird von dem Geist das ewige Leben erndten. Laßt uns aber Gutes thun, und nicht müde werden; denn zu seiner Zeit werden wir auch erndten ohne Aufhören. Als wir denn nun Zeit haben, so lasset uns Gutes thun an Jedermann, allermeist aber an den Glaubensgenossen.

Am 16. Sonntage nach Trinitatis. Evangelium, Luc. 7, 11⸗77.

Und es begab sich darnach, daß Jesus in eine Stadt mit Namen Nain ging, und seiner Jünger gingen viel mit ihm,

und vieles Volk. Als er aber nahe an das Stadtthor kam, siehe, da trug man einen Todten heraus, der ein einziger

Sohn war seiner Mutter, und sie war eine Witwe, und vieles

Volk aus der Stadt ging mit ihr. Und da sie der Herr sahe,

jammerte ihn derselben, und sprach zu ihr: Weine nicht! Und trat hinzu, und rührte den Sarg an, und die Träger standen.

Und er sprach: Jüngling, ich sage dir, stehe auf. Und der

Todte richtete sich auf, und fing an zu reden. Und er gab ihn

seiner Mutter. Und es kam sie alle eine Furcht an, und priesen

Gott, und sprachen: Es ist ein großer Prophet unter uns aufgestanden, und Gott hat sein Volk heimgesucht. Und diese

Rede von ihm erscholl in das ganze jüdische Land, und in

alle umliegende Länder.

XIXII

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