Druckschrift 
Geistliches Neu-vermehrtes Altenburgisches Gesang- und Gebet-Buch : in sich haltend Den Kern Alter und Neuer Geistreichen Lieder und Gesänge D. Martin Luthers Und Anderer Christlichen Lehrer und frommer Christen / nebst einer Vorrede Herrn Carl Andreas Redels
Entstehung
Einzelbild herunterladen

1505

5. Komme, HErr! mit Licht und Leben, wie es deine Worte geben, komm mit neuer Geistes Staͤrke, daß ich es im Herzen mer⸗ ke. Nahe dich, o HErr der Guͤte! bey dem Essen dem Gemuͤthe, sal⸗ be mich mit neuen Gaben, die das Herz recht innig laben.

6. Bleibe denn mit mir verbun⸗ den; laß aus delnen Segenswun⸗ den mir stets neue Kraͤfte fließen; laß mich deine Macht umschließen. Will sich ja vom Rest der Suͤn⸗ den, mich zu faͤllen, noch was finden; so laß deines Blutes Le⸗ ben mir zum Siegen Kraͤfte ge⸗

en.

7. So laß mir dein Mahl der Liebe stets zu einem neuen Triebe, zum Gehorsam kraͤftig bleiben, und in mir die Lust verkreiben, die dich, Herzeusfreund! betruͤbet, der du mich so hoch gellebet. Brod vom Himmel(), Trank von oben! denn wird Mund und Herz dich loben.

(*) Joh. 6, 50. 5r.

(1345.) I. A. C. Mel.(3.) HErr IEsu Christ! du ꝛc. Unscust, Uumsonst verhüllst du dich ⸗mein Herz, in Finsternisse, was kann ich GOtt verbergen? Ich? daß er nicht alles wisse? Sey⸗ kannst du, dunkler, als das Grab, das Auge Gottes schaut hinab,

und kennet deine Tiefen.

2. Wo lst bie Nacht der Einsam⸗ keit, die mich vor ihm verheele? er sieht euch schon, eh' ihr noch seyd, nedanken meiner Sele! Eh euch ich selbst empfinden kann, von eurer ersten Bildung an, bis ihr euch ganz entfaltet

3. Erkennet und etforschet euch, wenn shr euch auch entziehet, be⸗ merkt euch, wenn ihr Strahlen gleich schnell auffahrt, schnell ent⸗ fliehet; vergebens wuͤnsch ich /sterbt! vergeht! Ich haß euch! aufgezeich⸗ net steht ihr all in seinem Buche ·

Zwecter Anhang.

4. Der HErr gedenket ihrer noch Jahrhunderte verschwinden, sie seben und ich traͤume doch: Ge⸗ danken seyn nicht Suͤnden? Sie alle muͤssen an das Licht wenn Gott kommt/ daß er im Gericht der Herzen Rath enthuͤlle

5. Dann wird das Siegel seines Buchs vor aller Welt gebrochen; das Urtheil des verdienten Fluchs zedanken selbst gesprochen; wo ist die Nacht, die sie verheelt, der Richter hatte sie gezaͤhst und kei⸗ nen sterben lassen?

6. Seyd hellig, seyd von GOtt nur voll, Gedanken meiner Sele! daß, weun gerichtet werden soll, kein einziger mich quaͤle. Seyd heilig und ihr fuͤrchtet nicht das

Urtheil GOttes, werdet Licht, be⸗

lohnt wie fromme Thaten. (1346.) L. H. F. B. v. E.

Mel(27.) Wer nur den lieben G.

Versaume nle, dich selbst zu pruͤ⸗

sen; diß ist des Christen stete Pflicht; erforsche deines Herzens

15⁰0

1

Tiefen, und traue diesem Herjen

nicht; sey wachsam, weil nur allzu⸗

leicht die Lust zum Bosen es be⸗

schleicht.

2. Du syrichst: Ich hasse falsche

Tucke, Zorn, Hoffarth, Eitelkeit und Geitz! gleichem Glucke die Mißgunst und

der Wolsust Restßz? wer nicht die Laster alle daͤmpft, hat noch nicht,

wie er(oll, gekämpft. x z. Oft ruhen manche heftge Trie⸗

he, aus Mangel der Gelegenheit; dann schmeichelt dir die Eigenliebe, du seyst von ihrer Wuth befreyt, da sie vlelleicht sich schlau bemuͤhn, H

dich sichrer in ihr Netz zu zsehn.

4. Bald uͤberrascht mit stolzen Freuden, uns, ein verblendend, schimmernd Gluͤck; bald stuͤrzet uns in Gram und Leiden ein unerwar⸗ tet Mißgeschick. Bald ist es Lust, bald Traurigkeit, die hier den ar⸗ men Geist zerstreut.

3. Wl

besiegst du auch mit