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ruͤcket werden; denn ich bin ja dein Eigenthum.
9. Laß mich in dir den Vater preisen, wie er die Liebe selber ist, laß deinen Geist mir klaͤrlich wei⸗ sen, wie du von ihm geschenkt mir bist. Ach! offenbare deine Liebe, und wuͤrke doch die heissen Triebe der reinen Gegenlieb' in mir. Durchdringe dadurch Herz und Sinnen, daß ich hinfort mein ganz Beginnen in deiner Lieb' und Lob' nur fuͤhr.
10. Ich sebne mich, nur dir zu leben, der du mein HErrr und Bräut'gam bist; was dir sich nicht will ganz ergeben, und was nicht deines Willens ist, das strafe bald in dem Gewissen, laß Blut und Wasfer auf mich fließen und tilge, was nicht lauter heißt. Laß nur dein Lod zur Lust mir werden, und denn das Heil der armen Heerden⸗ nach einer reinen Lieb und Gelst.
11. So lob' und lieb' ich in der Stille, und ruh' als Kind in bei⸗ nem Schoos, das Schaͤflein trinkt aus deiner Fuͤlle, die Braut steht aller Sorgen los. Sie sorget nur allein in allen dir, ihrem Braͤut? gam zu gefallen, sie schmuͤckt und haͤlt sich dir bereit. Ach! sen mich/ zeuch mich weit von hinnen; was du nicht bist, laß ganz zerrin⸗ nen, o reiner Glanz der. Ewigkeit!
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Mel.(7.) Freu dich sehr o mein G. Pru Welt, mit deinem Wis⸗ sen, das du jetzt so hoch ge⸗ bracht; ich kann deine Weisheit misfen, die der weise GoOtt ver⸗ acht. Meines JEsu Kreutz und Pein soll mein liebstes Wissen seyn: Weiß ich das in wahrem Glauben, wer will mir den Himmel rau⸗
ben? 2. Andre moͤgen Weisheit nen⸗ nen, was hier in die Augen faͤllt, ob sie schon den nicht erkennen, dessen Weisbeit alles haͤlt. Mir
Zweeter Anhang.
ch den, ist nichts, das mir helfen
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soll meines JEsu Pein meine Kunst und Weisheit seyn. Das Gehein⸗ niß seiner Liebe ist die Schul', da ich mich uͤbe.
3. Andre mogen ibresSinnen schärfen durch Verschlagenheit, daß sie Lob und Ruhm gewinnen bey den Großen dieser Zeit. Ich will meines Heilands Schmach ganz alleine denken nach: Christen will es nicht geziemen, daß sie sich des Eiteln ruͤhmen.
4. Andern mag es wohl behagen, wenn sie hurtig und geschickt, große Schaͤtze zu ersagen undiwenn ih⸗ nen alles gluͤckt. O! mein Reich⸗ thum, Sluͤck und Theil, ist der armen Suͤnder Heil: Dieses weiß mein Herz iu finden, und die Welt zu uͤberwinden.
5. Ey! so komm, mein wahres Leben, komm und unterweise mich; dir will ich mein Herz ergeben⸗ daß es wisse nichts als dich. Aller⸗ liebste Wissenschaft! ach! beweise deine Kraft, daß ich einzig an dir hange, und nichts außer dir ver⸗ lange. V
6. Weiß ich keinen Trost auf Erden/ klagt mich mein Gewissen an, will mir angst und bange wer⸗
kann, druͤckt mich des Gesetzes Joch; so laß mich dedenken doch. daß du hast mit deinem Blute Gnad' erlanget, mir zu gute. 7. Ach mein JEsu! pflanze wei⸗ ter dieses Wissen in mein Herz; Sey meln treuer Freund und Lel⸗ ter, und laß deines Todes In uit deine schwere Kreutzespein mir stets in Gedanken seyn; du hast dich mir wollen schenken, daran laß mich ewig denken. 1 g. Endlich, wenn des Todes Grauen alles Wissen von mir treibt, so lah meine Augen schauen diesen Trost der ewig bleibt. IEsu Lei⸗ den Kreutz und Pein soll mein letz⸗ tes Wissen seyn. JEsu] bilf mir/ Bbb 4 das⸗


