Von den Worten und Weisen des Gesangbuches
deutscher Sprache gehalten hat(S. 478). Ob freilich von Sell der fromme Bittgesang Nr. 3559 stammt oder von dem Ulmer Jörg Berckenmayr, ist ungewiß. Kuch unser großer Reformator Martin Bucer, der das Straßburger Große Uirchengesangbuch mit einer Vorrede versehen, aus der die herrlichen Worte im Ein— gang unseres Gesangbuches genommen sind, war kein Dichter. Uber sein helfer Konrad hubert spiegelt in seinen Ciedern(150 165 264) nach Inhalt und Form treu des Meisters Eigenart. Von diesen ist„Allein zu dir, Herr Jesu Christ“(264), das bis auf diesen Tag teures Eigentum der ganzen evangelischen Kirche deut⸗ scher Zunge geblieben ist, seit Unfang des 18. Jahrhunderts irr⸗ tümlich dem thüringischen Pfarrer Johann Schnesing zugesprochen worden. Neben Hubert standen Männer wie Wolfgang Capito (107 127), Johann Englisch(180), Matthäus Greyter (296), Heinrich Vogther(109) und andere, welche sich durch Dichtungen frommer Lieder hervortaten. Ruch Lothringen hat durch Wolfgang Musculus aus Dieuze zu den deutsch-evangelischen
Kirchenliedern seinen Beitrag gegeben(215). In der Schweiz aber
hat ein Elsässer, TCeo Judae aus Gemar, als Swinglis Mitarbeiter seine innigen Cieder angestimmt(229). Der große schweizerische Reformator huldreich Swingli, der in Dichtkunst und Musik ein Meister war, hat leider aus Furcht vor römischem Mißbrauch in schroffer Einseitigkeit das Kirchenlied aus den Gottesdiensten in Zürich verbannt, aber doch in schweren Seiten,„als er mit Pestilenz angriffen ward“, und als sich evaͤngelische und katholische Eidgenossen kriegsbereit gegenüber standen, Lieder gedichtet und in Töne gesetzt, die von uns Evangelischen als teures Vermächtnis und als Weis— sagung auf eine lebendigere Gestaltung des reformierten Gottes— dienstes in Ehren gehalten werden sollen(108 307). Wie trotz naher Freundschaft mit den Zürichern Straßburg nie Neigung ge— zeigt hat, auf die schweizerische Einseitigkeit in Sachen des Kirchen⸗ gesanges einzugehen, so hat eine andere mit Straßburg und Sürich gleichbefreundete Stadt, Konstanz am Bodensee, durch ihren Prediger Johannes swick eine schöne Verteidigung des evangelischen Kirchenliedes schreiben lassen(S. 5) und zu dem Gesangesschatze der Kirche der Reformation unvergängliche Lieder beigesteuert. Außer Swick, der in schlichtem Cone ganz besonders für die Uinder gedichtet hat(29 74 125 167 561 385 400 S. 467), haben vor— nehmlich der reich begabte Reformator von Schwaben, Umbrosius
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