62 Belehrung.
das IEsus zur Vergebung unserer Sünden vergossen hat. So führt das Abendmahl mitten in das Centrum der Heilswahrheiten, in das Versöhnungswerk IEsu hinein und malt uns den theuren Freund unserer See— len vor Augen, der in blutiger Marter um unsere Seelen geworben und gerungen hat im heißesten Kampf, um uns von allen Feinden zu erlösen und ewig mit GOtt zu vereinen.
Daͤher nennt Paulus das Abendmahl eine Verkün— digung des Todes IEsu, 1 Cor. 11, 26.: So oft ihr von diesem Brod esset und von diesem Kelch trin— ket, sollt ihr des HErrn Tod verkündigen, bis daß Er kommt. Also jede Abendmahlsfeier soll uns erwecken zum lebhaftesten Andenken an den Tod des Heilandes und an Alles das, was mit seinem Tode zusammenhing. Da werden wir im Geiste hinversetzt in die heilige Versammlung, in welcher der HErr IE— sus am letzten Abend seines Lebens wie ein scheidender Vater von seinen Kindern Abschied nahm und ihnen den letzten Segen ertheilte und sein Testament ihnen einsetzte, das kostbarste Vermächtniß, das je ein ster— bender Vater hinterlassen hat. Da hören wir die Worte der innigsten zartesten Liebe, die er in die wehmuths— vollen Herzen seiner Jünger hineinsprach(Joh. 13—17.), wir hören und sehen, wie Er sie und in ihnen auch uns in sein treues Herz einnahm und den Himmel ihnen aufschloß als ihre sichere Heimath. Und dann sehen wir in Gethsemane ihn zittern und zagen um unsertwillen, sehen ihn blutigen Angstschweiß schwitzen unter den Schrecken der Gerichte, die er trug an unserer Statt, sehen ihn gefangen, gebunden, geschlagen, ge— geißelt, verspeiet und unter der Dornenlrone blutend,
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